03. Oktober 2019, 17:11 Uhr

Konzert mit Katta: Spirituelles Erlebnis

03. Oktober 2019, 17:11 Uhr
Die tschechische Musikerin Katta erntet in der Bonifatiuskirche lang anhaltenden Beifall. (Foto: jou)

Die tschechische Organistin und Sängerin Katta hatte ihr Programm am Mittwoch in der Bonifatiuskirche durchdacht zusammengestellt: Um Werke von Johann Sebastian Bach gruppierte sie Stücke des Esten Arvo Pärt sowie Eigenkompositionen. Durch die Videoprojektion konnte man die ausgefeilten Darbietungen aus der Nähe verfolgen. Die zahlreichen Hörer spendeten am Ende lang anhaltend Beifall.

Einen dramatischen Auftakt markierte Bachs berühmte Toccata d-Moll BWV 565. Katta meisterte sie sehr virtuos. Aus einer fernen Welt zu kommen schien die folgende Fuge mit ihrer klaren und reinen Sphäre, derart makellos zeichnete die Künstlerin an der Eule-Orgel die Polyphonie.

In äußerst schlichte, auf den musikalischen Kern reduzierte Ausdrucksdimensionen führte danach Pärts Stück »Trivium«. Es konfrontierte die Hörer mit markerschütternden Klangballungen, die zu ruhigen Momenten kontrastierten. Mit ihrem spirituellen Charakter leitete die Musik über zu Kattas beseelt vorgetragenem Ave-Maria-Gebet »Bogoroditse Devo«. Der unkomplizierte Stil erinnerte deutlich an Pärt. Katta verfügte über eine angenehm warme Stimme und begleitete sich wohldosiert.

In ihrem rein instrumentalen Stück »Slavkof« erhob sich spielerisch anmutende Motivik über kargen Klangflächen. Minimalistisch gehalten war der rasche, auf Wiederholungsmustern basierende Mittelteil.

Den religiösen Dreh- und Angelpunkt des Konzerts bildete Bachs Choralbearbeitung »Nun komm der Heiden Heiland« BWV 659, die in der empfindsamen Interpretation tief berührte. Virtuoser Glanz erfüllte dann bei dessen G-Dur-Präludium den Saal. Gelegenheit zur inneren Einkehr bot besonders Pärts meditatives Stück »Pari intervallo«. Gleichermaßen hörenswert schien Kattas Komposition »Agnece Bózij«. Darin verband sie folkloristisch inspirierten Gesang mit gemäßigt modernen Elementen. Eine Wohltat für Intellekt wie Sinne war auch Bachs dorische Toccata, mit der sich der Kreis schloss.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Arvo Pärt
  • Gießen
  • Johann Sebastian Bach
  • Organistinnen
  • Sebastian Bach
  • Sängerinnen
  • Gießen
  • Sascha Jouini
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 43 - 10: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.