10. März 2014, 12:23 Uhr

Konzert für Geige und Orgel in der Bonfatiuskirche

Rund 30 Hörer verfolgten in der Bonifatiuskirche gebannt die Darbietungen der Violinistin Ulrike Mäding und des Organisten Ralf Stiewe.
10. März 2014, 12:23 Uhr
Violinistin Ulrike Mäding und Organist Ralf Stiewe. (Foto: jou)

In höchst empfindsame Ausdruckswelten führte das kristallene Spiel des Duos in den Variationen der Sonata XIIa des Barockkomponisten Francesco Maria Veracini. Die Intonation der Violinistin – seit 2001 Mitglied des HR-Sinfonieorchesters – bestach durch Ausgewogenheit, war frei von klanglichen Schärfen; Stiewe lieferte ein fein darauf abgestimmtes harmonisches Fundament. Die ausgedehnten musikalischen Bögen ließen den Eindruck unendlicher zeitlicher wie räumlicher Weite entstehen, kamen in der hallenden Akustik des Gotteshauses vollends zur Entfaltung.

In ganz andere Sphären lockte die zweite Orgelfantasie von Jehan Alain mit der schwebenden Harmonik und der kontemplativen Ebene, der man sich kaum entziehen konnte. So lud der Kantor in seiner vielschichtigen Interpretation die Hörer inspiriert zur geistigen Versenkung ein. Diese nahm er daraufhin gemeinsam mit Mäding in gefühlsbetonte, naturhafte Assoziationen weckende romantische Gefilde in drei kleinen Stücken (aus op. 103c) von Max Reger mit: »Waldeinsamkeit«, »Herzenstausch« und »In einem Rosengärtlein«. Demgegenüber war das Stück »Spiegel im Spiegel« in der Fassung für Violine und Orgel von Arvo Pärt durch eine karge, aufs Äußerste reduzierte Tonsprache gekennzeichnet, sprach gleichwohl in der tiefen Melancholie an.

Felix Mendelssohn Bartholdys Orgelsonate Nr. 3 A-Dur op. 65 ließ im vom Ausdruck erhabenen Kopfsatz erahnen, welch überwältigende Klangfülle sich in dem Saal breitmachen wird, wenn erst einmal die große Orgel auf der Empore gebaut sein wird, der die Einnahmen des Konzertes zugute kommen; die kompakte englische Orgel wirkte da bescheidener, gleichwohl entlockte Stiewe ihr mannigfaltige Schattierungen und ein erstaunliches dynamisches Spektrum.

Den krönenden Abschluss bildete die Sonate c-Moll BWV 1017 für Violine und obligate Orgel von Johann Sebastian Bach. Eine Wohltat für die Sinne das melodisch anmutige, höchst sensibel dargebotene Largo. Das Duo gefiel mit seiner geradlinigen Spielweise, verzichtete auf romantisierende Tempoverzögerungen. Sicheres stilistisches Gespür bewiesen Mäding und Stiewe auch beim anschließenden Allegro, in dem sie das motivisch-thematische Geflecht deutlich zutage förderten. Das Herz höher schlagen ließ erneut das geistig frisch und vital vorgetragene Allegro-Finale. Kräftigem Beifall folgte eine ruhige Gute-Nacht-Zugabe. jou



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