10. Januar 2019, 21:17 Uhr

Kontrollen in Escape Rooms

10. Januar 2019, 21:17 Uhr
Diese »Schokoladenfabrik« steht in der Westanlage. Die Spieler müssen die alten Maschinen innerhab von 60 Minuten wieder zum Laufen bringen. (Foto: pm)

Escape Rooms sollen möglichst authentischen Nervenkitzel bieten, ohne dass sich die Teilnehmer dabei in Gefahr begeben müssen. In Polen ist vergangene Woche aus solch einem fiktiven Abenteuer aber eine tragische Realität geworden. Fünf Mädchen waren in der Stadt Koszalin in einem Escape Room eingeschlossen, als ein Feuer ausbrach. Sie konnten den Raum nicht verlassen, da die Türklinke abmontiert war. Es gehörte zum Spiel, den versteckten Griff zu suchen. Als die herbeigerufenen Feuerwehrleute den Raum aufgebrochen hatten, waren die Mädchen schon tot. Gestorben an einer Rauchgasvergiftungen.

Die Stadt Gießen nimmt diese Tragödie zum Anlass, die drei heimischen Einrichtungen zu überprüfen. Das bestätigt Stadtsprecherin Claudia Boje gegenüber dieser Zeitung. »Bei Escape Rooms handelt es sich um Regelbauten. Es gelten die Anforderungen der Hessischen Bauordnung. So sind Rettungswege frei und unverschlossen zu halten oder mit entsprechenden Sicherungssystemen zu versehen.«

Jessica Kornadt und Marko Swedik sind die Betreiber des Escape Rooms in der Westanlage. Sie bieten die moderne Schnitzeljagd seit Frühjahr 2017 an. Mit Blick auf die Tragödie in Polen sagt Kornadt: »Das ist sehr traurig und wir wünschen allen Angehörigen viel Kraft.«

Die Todesfälle hätten sie und ihren Partner nachdenklich gemacht und seien Anlass gewesen, die Sicherheitsmaßnahmen erneut kritisch zu durchleuchten. Allerdings, betont Kornadt, liege für die gesamte Gießener Filiale ein komplettes Brandschutzkonzept samt Notausgängen vor. »Die Grundrisse der Räume wurden vorab alle mit dem zuständigen Bauamt abgesprochen und es wurden entsprechende Fluchtwege berechnet.« Alle Räumlichkeiten seien mit Rauchmeldern und Feuerlöschern ausgestattet, beim Bau sei ausschließlich schwerentflammbares Material verwendet worden.

Der konkrete Auslöser für die Katastrophe in Polen scheint in Gießen zudem ausgeschlossen zu sein. Denn laut Betreiberin Kornadt lassen sich die Türen der Escape Rooms jederzeit von innen und außen öffnen. Es handele sich um normale Türgriffe, die sowohl Spieler als auch Spielleiter zu jeder Zeit betätigen könnten. »Die Türen werden nicht abgeschlossen. Der Raum kann also jederzeit selbstständig verlassen werden«, betont Kornadt.

Des Weiteren seien alle Räume mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet. Das gesamte Spielgeschehen werde vom Spielleiter über einen Bildschirm beobachtet. »Unglücksfälle lassen sich leider grundsätzlich nicht verhindern, unsere Sicherheitsmaßnahmen werden jedoch regelmäßig kontrolliert«, sagt Kornadt. Damit die Mitarbeiter, sollte doch einmal etwas nicht nach Plan verlaufen, für den Ernstfall gerüstet seien, würden sie regelmäßig für Notfallsituationen geschult.

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