19. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Koalition bekennt sich zu Sanierung von Bahnhofstreppe

Gießen (mö). Es gibt wenige Projekte, über die sich Regierung und Opposition so einig sind wie die Notwendigkeit, die historische Treppe am Bahnhofsvorplatz endlich zu sanieren. Dies wurde während der Haushaltsdebatte in der Stadtverordnetensitzung deutlich.
19. Dezember 2016, 12:00 Uhr
Auch schon wieder sieben Jahre her: Im Dezember 2009 begutachteten Experten die Bausubstanz der historischen Treppe. (Foto: Schepp)
Die Koalition aus SPD, CDU und Grünen bestätigte, was der neue Planungsdezernent Peter Neidel bereits in einer Ausschusssitzung angekündigt hatte. »Das mit der Treppe wird keine einfache Geschichte, aber die Sanierung wird von uns angegangen«, sagte Grünen-Fraktionschef Klaus Dieter Grothe und bezog sich mit seinem Hinweis auf etwaige Tücken bei der Sanierung auf den GAZ-Bericht vom Donnerstag.
Wie berichtet, will Neidel im kommenden Jahr einen Ausgaberest vom Umbau des Bahnhofsvorplatzes in Höhe von 300000 Euro nutzen, um eine Sanierungsplanung zu erstellen. Dabei muss zunächst einmal geklärt werden, wo die von Neidel gewünschte Restaurierung an Ort und Stelle angesichts des Zustands überhaupt möglich ein. Ein Gutachten, das die Stadt vor sieben Jahren im Rahmen der Umbauplanung für den Vorplatz eingeholt hatte, lässt wenig Gutes erwarten. Schon damals wurde zu einem kompletten Neuaufbau geraten. Der Begriff Rekonstruktion beschreibt das Projekt wohl treffender als Sanierung.
Angesichts dieser Ungewissheiten gibt es vom Magistrat auch keinerlei Aussagen zu den Kosten. Die Koalition lehnte sogar einen FDP-Antrag ab, eine Haushaltsstelle für die Treppe einzurichten und sie mit einem Merkposten in Höhe von 50 000 Euro auszustatten. FDP-Fraktionschef Klaus-Dieter Greilich: »Der politische Wille, die Treppe zu sanieren, sollte sich im Haushalt abbilden.« In Reaktion auf den GAZ-Bericht haben die Freien Wähler die Ankündigung Neidels in einer Presseerklärung begrüßt. Mit der Sanierung werde ein »Herzensanliegen« der Freien Wähler endlich in die Tat umgesetzt, erklärte Stadtverbandsvorsitzender Johannes Zippel. Seit dem Einzug der FW in die Stadtverordnetenversammlung 1997 sei die Treppensanierung ein wesentlicher Punkt der Wahlaussagen und Anträge. Leider sei das denkmalgeschützte Bauwerk in den Haushalten der verschiedenen Koalitionen ein »Stiefkind« geblieben. »20 Jahre Untätigkeit werden sich jetzt bei den Kosten für die Sanierung rächen«, befürchtet Zippel.
Feste Absicht von Neidel ist es, einen oder zwei Aufzüge an der Treppe zu errichten, da die Rampe nur bedingt als behindertengerecht bezeichnet werden kann. Von einem Kopfbau, der in den Planungsvarianten seines Vorvorgängers Thomas Rausch (CDU) aus dem Jahr 2010 eine große Rolle gespielt hatte, ist dagegen keine Rede mehr. Der notwendige Freiraum dafür ist nach dem Vorplatzumbau auch gar nicht mehr vorhanden.

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