02. Januar 2014, 20:58 Uhr

Klinikum schreibt weiter rote Zahlen

Gießen (si). Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) wird auch für das abgelaufene Jahr einen Verlust ausweisen. Zum letzten Stichtag (30. September) lag der Fehlbetrag bei rund fünf Millionen Euro.
02. Januar 2014, 20:58 Uhr
(Foto: Red)

. Endgültige Zahlen werde der Konzern Ende April veröffentlichen, teilte das Klinikum auf GAZ-Anfrage mit. »Wir können aber heute schon sagen, dass die in 2012 beschlossene und begonnene wirtschaftliche Konsolidierung erfolgreich verläuft«. Ziel bleibe es, in diesem Jahr (2014) ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen.

Dies hat die Geschäftsführung auch in einem Brief an die knapp 9500 Mitarbeiter bekräftigt. Darin heißt es, dass die Maßnahmen allmählich greifen, die die Unternehmensberatung McKinsey vor knapp eineinhalb Jahren für das Klinikum in einem Gutachten vorgeschlagen habe. McKinsey hatte unter anderem weitere Kostensenkungen – sowohl bei den Sachmitteln als auch beim Personal – und eine »Optimierung der Betriebsabläufe« angemahnt.

Nach Geschäftsführungsangaben hat das Klinikum im Jahresverlauf 2013 nicht nur Kosten gesenkt, sondern teilweise auch höhere Erlöse erzielt. Das gelang unter anderem deshalb, weil mehr schwerkranke Patienten behandelt wurden. Für sie überweisen die Krankenkassen höhere Pauschalen.

Die Belastungen durch Zinsen, die für Kredite fällig werden, und für Abschreibungen – unter anderem auf den Klinikumsneubau und auf medizinisches Gerät – beliefen sich zuletzt auf 36 Millionen Euro jährlich. Sie ergeben sich daraus, dass das UKGM alle Rhön-Investitionen in Gießen und Marburg letzlich selbst tragen muss. Diese Belastungen herausgerechnet, arbeitet das Klinikum im operativen Geschäft profitabel.

Im Übrigen planen Rhön bzw. das Klinikum offenbar, die umstrittene Auslagerung der Wäscheversorgung – – zumindest teilweise rückgängig zu machen. Diese Aufgabe soll nun eine Rhön-Wäschereigesellschaft übernehmen, die neu gegründet wird. Der bisher beauftrage Unternehmen Berendsen (Hagen) werde dort Minderheitsgesellschafter sein, hieß es.

Im Rhön-Konzern wird es außerdem eine neue Servicegesellschaft für die Gebäudereinigung geben. Sie soll die Mitarbeiter übernehmen, die bisher in dem Tochterunternehmen tätig waren, die an den Konzern Helios verkauft wurden. Eine ähnliche Lösung ist für den Cateringbereich geplant. Die Küchen des Uniklinikums in Gießen und Marburg seien nicht betroffen, so die Geschäftsführung.

Betriebsrat: Wäscherei des Klinikums macht dicht Klinikum weist hohen Verlust aus

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