05. Oktober 2012, 18:43 Uhr

Klinikum- Betriebsrat will McKinsey-Zahlen prüfen

Gießen (si). Die am Freitag bekannt gewordenen Zwischenergebnisse des McKinsey-Gutachtens zum Universitätsklinikum Gießen und Marburg haben den Betriebsrat nicht überrascht.
05. Oktober 2012, 18:43 Uhr
(Foto: Red)

Dass es allein in diesem Jahr eine finanzielle »Deckungslücke« von über 20 Millionen Euro gebe, habe sich bereits abgezeichnet. Dass bei Gebäuden und Medizintechnik in den kommenden Jahren weitere Investitionen notwendig seien – das Gutachten spricht von rund 200 Millionen Euro bis 2020 –, liege ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. Dies sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur der Gießener Allgemeinen Zeitung. Die Zahlen müssten jetzt analysiert werden. Für eine abschließend Bewertung sei es noch zu früh.

Informationen aus erster Hand erwarten die Betriebsräte beider Standorte von einem Treffen mit den Beratern von McKinsey. Es werde am 18. Oktober stattfinden, dann könnten auch die Fachleute, die von den Betriebsräten und der Gewerkschaft ver.di benannt worden sind, gezielt Nachfragen stellen. »Oberstes Ziel bleibt die Sicherung möglichst aller Arbeitsplätze«, sagte der Mitarbeitervertreter. Dass McKinsey ein »Konsensmodell« zur Lösung der Probleme am Klinikum bevorzuge, sei grundsätzlich positiv. Allerdings müsse das nun mit Inhalt gefüllt werden. »Wir wollen auch nicht, dass weitere Dienstleistungen ausgelagert werden«, bekräftigte Hanschur. Zuletzt gab es Gerüchte, dass die Geschäftsführung die Wäscherei ausgliedern könnte.

Die Klinikumsleitung hatte in einer am Donnerstagabend verbreiteten Pressemitteilung erklärt, dass die Rhön AG in Gießen und Marburg seit 2006 bereits 519 Millionen Euro investiert habe – rund 150 Millionen Euro mehr, als damals vertraglich vereinbart worden sei. Diese Zahl lässt sich nicht nachvollziehen. Enthalten sind vermutlich auch jene rund 100 Millionen Euro, die Rhön für eine hochmoderne Anlage zur Krebs(Partikel)therapie ausgegeben hat – die allerdings nie in Betrieb gehen wird, weil die Behandlung der Patienten angeblich zu teuer ist. Rhön hat deshalb vom Lieferanten, der Siemens AG, schon 87 Millionen Euro Schadensersatz erhalten. Dieses Geld, wohl sogar 107 Millionen Euro, fordert jetzt das Land von Rhön, weil der Konzern seine Verpflichtungen nicht erfüllt habe.

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