12. Mai 2019, 19:12 Uhr

Parents for Future

Klimaschutz-Demo im Dauerregen

12. Mai 2019, 19:12 Uhr

Petrus hatte fast den ganzen Samstag dafür gesorgt, dass die beklagte Bodentrockenheit in und um Gießen etwas gemildert wurde und seine Himmelschleusen recht weit und lange geöffnet. Dabei hatte er allerdings keine Rücksicht genommen auf die Klimaschutzveranstaltung auf dem Rathausvorplatz. Die Organisation »Parents for Future« (Eltern für eine Zukunft) hatte diese organisiert, um ihre Schulkinder bei der Aktion »Friday for Future« zu unterstützen.

Waren bei ihrer ersten Veranstaltung etwa 80 Mitstreiter gekommen, so waren es diesmal trotz des heftigen Dauerregens sogar ein paar mehr. Den Überblick über das Areal verdeckte ein Meer von Regenschirmen. Einige große Sonnenschirme boten zweckentfremdet etwas Schutz vor dem vielen Nass von oben. Unter einem dieser gab es heiße Suppen. An einem Pavillion wurden Unterschriften gesammelt für die von dem Verein Lebenswertes Gießen initiierte Aktion »Bürgerantrag für das Erreichen eines klimaneutralen Gießens im Jahr 2035«. Ein Transparent mit »People for Future« stach ins Auge. Damit sollte verdeutlicht werden, das Klimaschutzanliegen nicht nur von den Eltern und Schülern propagieren zu lassen, sondern dass es alle Erwachsenen, alle »Leute« - so die wörtliche Übersetzung von »People« - angeht. In Frankfurt wurde die Initiative »Parents for Future« bereits umbenannt in »People for Future«. Gießen, so verlautete, wird wohl nachziehen.

Die SUV-Scham fehlt noch

Außer Gesangseinlagen des Daubringer Chores »Harmonie« unter der Leitung von Peter Schmitt gaben Schüler und eine Studentin ihre solidarische Bekundung mit der Veranstaltung auf dem Rednerpodest ab. Martin Krauß vom BUND Hessen, der den Landesarbeitskreis Energie vorsteht, machte sich »als Großvater Sorgen um die Zukunft meiner Enkel.« Sein Zukunftsszenario: heiße Sommer mit Dürren, Waldbränden, Baumsterben, Ernteertragseinbußen, Gletscherschmelze und eine Welt mit unbewohnten Regionen und Städten sowie anschwellenden Flüchtlingsströmen. »Natürlich müssen wir alle selbst was tun.« Ein neues Wort dabei sei »Flugscham«. Die Lufthansa habe bereits Angst vor gebremster Reiselust. Zu »Flugscham« gebe es auch schon »Fleischscham«, »Konsumscham«, »Wegwerfscham«, doch wahrscheinlich kein »SUV-Scham«, bedauerte Krauß.

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