09. August 2012, 20:23 Uhr

Kirchenpräsident plädiert für Medizin »aus Berührung«

Gießen (srs). Ein doppeltes Jubiläum hat den Präsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, ins Evangelische Krankenhaus (EV) geführt. Jung gratulierte zum 30-jährigen Bestehen des Hospitals und würdigte eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die seit einem Jahrzehnt jeden Sonntag Gottesdienste gestalten.
09. August 2012, 20:23 Uhr
Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (r.) leitete in der Kapelle des Evangelischen Krankenhauses eine Andacht. (Foto: srs)

Mit der Geschäftsleitung des Evangelischen Krankenhauses unternahm der Kirchenpräsident einen Rundgang, führte Gespräche mit Mitarbeitern und sprach anschließend während einer Andacht in der Kapelle des EV Segensgebete. Das Engagement von Ehrenamtlichen sei »ein Schatz unserer Kirche«, hob Jung hervor.

Das Grundmotiv für die Medizin müsse immer die »Berührung« durch Menschen in Not sein, betonte er im Rahmen des Gottesdienstes. Jesus habe Menschen nicht geheilt, um verehrt zu werden. »Ihm blutete das Herz.« Trotz ökonomischen Drucks in Krankenhäusern dürften Patienten niemals als »Ware« betrachtet werden. »Wenn von Patientengut die Rede ist, zucke ich regelmäßig zusammen.«

In den Mittelpunkt der Andacht stellte der Kirchenpräsident die Geschichte des über Wasser laufenden Jesus, der den Nachtwache haltenden, vor Angst schreienden Jüngern versicherte: »Seid getrost. Ich bin’s, fürchtet euch nicht.« Ebenso benötigten Patienten »das Wort des Zuspruchs im richtigen Moment«, erklärte Jung.

Wertschätzung, Dank und Segenswünsche sprach der Kirchenpräsident den ehrenamtlichen Gottesdienstmitarbeitern am EV aus. Seelsorgerliche Begleitung von kranken Menschen gehöre »von Beginn an zum Christsein«. Im Sommer 2002 hatte die Evangelische Seelsorgerin am EV, Pfarrerin Gabriele Dietzel, die Gruppe ins Leben gerufen. Die zwanzig Helfer unterstützen Dietzel in der Gestaltung des Gottesdienstes, schmücken den Altar, gewinnen Chöre für musikalische Beiträge. Jeden Sonntag laden sie Patienten ein und begleiten sie in die Kapelle. Darüber hinaus organisieren die Ehrenamtlichen im Anschluss ein Kirchencafé. Bettlägerige Gäste des Evangelischen Krankenhauses können dem Gottesdienst auf ihrem Zimmer über Kopfhörer lauschen, die Helfer kümmern sich um die Tonübertragung. Der Gruppe um Pfarrerin Dietzel gehören neben Mitarbeitern des EV auch ehemalige Patienten sowie Freunde und Förderer des Krankenhauses an. Da auch die Familien der Ehrenamtlichen die sonntäglichen Gottesdienste besuchen, ist regelrecht eine kleine Gemeinde im EV entstanden.

Der seit zehn Jahren bestehenden Gruppe dankten auch die Geschäftsführer des Krankenhauses, Tim Allendörfer und Prof. Karl-Heinz Muhrer. »In Krankheitszeiten« nehme »persönliche Seelsorge für viele einen hohen Stellwert« ein, hob Allendörfer hervor.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ist mit einem Anteil von 5,5 Prozent Gesellschafter von Agaplesion, dem Hauptträger des EV.

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