01. Februar 2009, 20:08 Uhr

Kinder aus zwölf Kitas und Schulen beim "Trickboxxwettbewerb"

Gießen (ast). Wenn man von unbekannten Beeren nascht, können einem die unglaublichsten Dinge passieren. Zum Beispiel schrumpft man auf die Größe einer Ameise, wie in dem Tricklegefilm der Klasse 3 b der Gießener Ludwig-Uhland-Schule.
01. Februar 2009, 20:08 Uhr
Bei der Sendung über den Trickboxxwettbewerb standen Kinder vor (Paula, Nina, Lotta) und hinter der Kamera (Franziska). Medienpädagogin Sandra Hoffmann unterstützte sie. (Foto: ast)

Gießen (ast). Wenn man von unbekannten Beeren nascht, können einem die unglaublichsten Dinge passieren. Zum Beispiel schrumpft man auf die Größe einer Ameise, wie in dem Tricklegefilm der Klasse 3 b der Gießener Ludwig-Uhland-Schule. Mit ihrem witzigen, einfallsreichen Film »Eine Schrumpfgeschichte« gewannen sie den sechsten Trickboxxwettbewerb des Medienzentrums Offener Kanal Gießen (MOK). Die Gewinner freuten sich über Freikarten fürs Mathematikum und das Badezentrum in der Ringallee.

16 Filme an denen sich 221 Kinder von acht Kindergärten, drei Grundschulen und einer Förderschule von Stadt und Landkreis Gießen beteiligten, wurden bei dem Wettbewerb eingereicht, der am Freitagabend aus dem Studio des Offenen Kanals live übertragen wurde.

»So viele Filme gab es in der sechsjährigen Geschichte des Wettbewerbs noch nie«, freute sich Sandra Hoffmann. Sie hatte im vergangenen Jahr mit allen Gruppen an den Filmen gearbeitet. Rund 20 Stunden verbrachte die freiberufliche Medienpädagogin in jeder Filmkünstlergruppe und brachte den Kindern das Handwerk des Trickboxxfilmens bei. »Die Kinder leisteten dabei die eigentliche Vorarbeit: sie dachten sich eine Geschichte aus mit den dazugehörigen Figuren«, erzählte Hoffmann.

Hinter wenigen Minuten Film steckt eine große Menge Arbeit. Trickboxxfilme sind im Grunde genommen digitales Daumenkino. Pro Sekunde Film hatten die jungen Filmemacher achtmal die Figuren bewegt und pro Bewegung jeweils drei Einzelbilder aufgenommen. So mühsam kamen die geforderten 24 Bilder pro Sekunde Trickfilm zusammen. Rund siebeneinhalb Minuten dauerte der längste Film des Wettbewerbs, der nicht nur aus Trickbildern bestand - die kürzeste Story war in zwei Minuten erzählt. Fünf der gezeigten Filme waren Literaturverfilmungen von Kinderbüchern wie »Vom Igel, der keiner mehr sein sollte«, »Igelkinder« oder »Kleiner, schrecklicher Drache«. Vor Gedichten hatten die Filmemacher auch keine Angst gehabt und sich unter anderem an den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland von Theodor Fontane herangewagt. Die Trickverfilmung des Fontane-Gedichts wurde von den Gießener Ferienspielkindern erarbeitet und belegte übrigens den zweiten Platz. Über diese Leistung war Sandra Hoffmann besonders beeindruckt, denn die Ferienspielgruppe war eine bunte Mannschaft von Mädchen und Jungen, die sich vorher nicht kannten.

Acht teilnehmende Filme waren erfundene Geschichten, die mit viel Phantasie und Einfallsreichtum animiert wurden, wie der Siegerfilm »Eine Schrumpfgeschichte« und der Drittplatzierte »Abenteuer im Zauberwald« eindrucksvoll bewiesen. Beide Trickfilme wurden von den Schülerinnen und Schülern der Ludwig-Uhland-Grundschule Gießen hergestellt.

Etwas besonderes war diesmal die Teilnahme der Martin-Buber-Schule an dem Wettbewerb. Die Förderschüler hatten sich auf besonders künstlerische Weise des Medium Tricklegefilm bedient. In ihrem Beitrag, der im Rahmen eines Kunstprojekts an der Schule entstand, vermischten sie Trickfilmsequenzen mit gewöhnlichen Videoaufnahmen. Besonderes war auch, dass nicht nur der Wettbewerb von den Kindern gestaltet wurde. Auch an der Live-Sendung waren Kinder beteiligt. Sie standen hinter der Kamera, moderierten, führten Regie und nahmen die Anrufe für die Abstimmung entgegen. »Die Jungen und Mädchen waren wirklich super, denn sie hatten nur eine Viertelstunde Zeit, um sich mit ihrem neuen Arbeitsplatz vertraut zu machen«, lobte Hoffmann.

Am 17. Februar bietet das Medienprojektzentrum Offener Kanal eine kostenlose Fortbildung zum Einsatz der Trickboxx für interessierte Erzieher und Lehrer an. Informationen dazu unter Tel. 960 500 7.



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