13. Dezember 2018, 22:08 Uhr

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum

13. Dezember 2018, 22:08 Uhr
LWG
Frohes Fest! (Foto: pm)

Haustiere sind beliebte Weihnachtsgeschenke für Kinder. Doch nach den ersten Wochen voller Freude folgt häufig die Ernüchterung: Der nachtaktive Hamster hält mit seinem Laufrad das Kind vom Schlafen ab, die Katze mag nicht kuscheln und kratzt lieber, oder der Welpe pinkelt auf den teuren Teppich. Das liegt oft an der mangelnden Vorbereitung auf den Familienzuwachs. Warum man Tiere einfach nicht verschenken sollte, erklären Astrid Paparone, Vorsitzende des Tierschutzvereins Gießen, und Tierpflegerin Hannah Wern. Das Tierheim in der Vixröder Straße ergreift mitunter drastische Maßnahmen.

»Man sollte sich mit jedem Tier speziell auseinandersetzen«, fordert Paparone. Dafür müsse man Zeit aufbringen, die in der Vorweihnachtszeit wahrscheinlich knapp ist. Voraussetzung sei außerdem, dass alle Familienmitglieder mit einem tierischen Mitbewohner einverstanden und sich ihrer Aufgaben bewusst sind. Wer geht mit dem Hund Gassi? Erlaubt der Vermieter Tiere in der Wohnung? Wer kümmert sich um das Tier, wenn die Familie in den Urlaub fährt? Solche Fragen sollten im Vorhinein geklärt sein sowie die mitunter hohen Tierarztkosten einkalkuliert werden. »Das Tier gehört den Eltern, nicht dem Kind«, verdeutlichte Wern noch einmal.

Dabei sollten nicht nur die eigenen Vorlieben berücksichtigt werden, sondern vor allem die Bedürfnisse des Tiers. Kaninchen seien beispielsweise für Kinder eher ungeeignet, da sie Fluchttiere sind und nicht gerne gestreichelt werden. Insbesondere der Trubel während der Weihnachtszeit kann sich schädlich auswirken. Ein Welpe brauche etwa 20 Stunden Schlaf am Tag, und auch eine angenehme Eingewöhnungsphase von drei bis vier Monaten sei in dieser Zeit für Katzen nicht gegeben, erklärte Wern. Gerade auch der Silvesterabend bedeute bedenklichen Stress durch die lauten Knalle und grellen Lichter.

Ab etwa einer Woche vor Weihnachten vermittelt der Tierschutzverein Gießen keine Tiere, um unüberlegten Entscheidungen während der Feiertage vorzubeugen. Ein Lebewesen zu adoptieren, sei schließlich eine verantwortungsvolle Aufgabe, erinnert auch die Tierrechtsorganisation »Peta«. Oftmals würden gegen März die ersten Tiere wieder abgegeben oder gar ausgesetzt. »Bei uns kommen in diesen Tagen glücklicherweise nicht viele Tiere an«, sagte Tierpflegerin Wern. In Großstädten wie Frankfurt oder München komme dies häufiger vor.

Hält der Wunsch des Kindes doch länger an als eine bloße Laune, rät Astrid Paparone als Alternative ein »Geschenkekörbchen«, in dem Spielzeug, ein Ratgeber und anderes Zubehör für das Haustier bereit liegen. Zum Reinschnuppern bietet das Tierheim auch die Gassi-Geh-Variante als Hundebegleiter oder eine Partnerschaft an. So können unterm Weihnachtsbaum die Kinderaugen voller Vorfreude über den Familienzuwachs trotzdem strahlen und das passende Tier in aller Ruhe gefunden werden – gut für Mensch und Tier.

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