27. Oktober 2019, 17:41 Uhr

»Justus, dich lieb ich!«

27. Oktober 2019, 17:41 Uhr
Die LLG-Schüler waren ebenso wie der »leibhaftige Justus Liebig« erstaunt über das Auftauchen des Wissenschaftlers. (Foto: emh)

»Justus, dich lieb ich! Du bist ein ganz großer Mann!« Die von Musiklehrer Johannes Adamietz geschriebene Hymne des Unterstufenchors auf Justus Liebig bestätigte, was die mehr als 150 Besucher am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium bei der Wissenschaftsshow zum Mitmachen »Liebig trifft Ludwig« am Donnerstag erlebten: der Gießener Professor ist zwar 1873 verstorben, viele seiner Erkenntnisse in Chemie, Ernährung und Landwirtschaft haben aber Auswirkungen bis in unsere Zeit. »Liebig lebt!« ist deswegen auch der Titel der Veranstaltungsreihe von Gießener Schulen, Hochschulen und dem Liebig-Museum, das nächstes Jahr seinen 100. Geburtstag feiern wird.

Am Anfang waren die Schülerinnen und Schüler des darstellenden Spiels noch gar nicht überzeugt: »Liebig? Wer ist das denn?« Schnell wurde dazu Wikipedia auf dem Smartphone befragt (»Kein Schulabschluss? Der ist mir sympathisch!«), doch erst der »echte« Justus Liebig, der mit Knall und Rauch herbeiexperimentiert wurde, konnte nach einem Schreckmoment aufklären, was er zu seiner Zeit aus den Naturwissenschaften gemacht hat. Nach dieser vergnüglichen Einführung hatten dann auch die großen und kleinen Besucher Gelegenheit, zu experimentieren: in den Chemie-Räumen standen Mitmach-Experimente bereit, in denen man zum Beispiel herausfinden konnte, wie und warum Backpulver (eine Liebig-Erfindung) und Essig miteinander reagieren. Nebenan gab es eine Chemie-Show, in der der Leistungskurs Chemie unter der Regie des MINT-Fachbereichsleiters Matthias Storck wirklich alles gab: »Wasser« wurde zu »Wein« und ein Herz löste sich auf - verpackt war das Ganze nämlich in eine gereimte Liebesgeschichte. Doch nicht nur die Chemie berührte die Sinne: über der Aula gab es eine Kunst-Ausstellung mit Schülerarbeiten zum Thema Liebig mit Pop-Art-Portraits des Meisters und Graffiti, natürlich tauchten auch der Fünfkugelapparat und die Minimum-Tonne auf. Was diese Tonne veranschaulichte, war in einem weiteren Raum zu sehen, in dem Liebigs Erkenntnisse zu Pflanzendüngung, zu Bier und zum Klima zu sehen und mit Experimenten nachzuvollziehen waren. Im letzten Raum konnte man anhand von Knobeleien herausfinden, warum spiegelverkehrt aufgebaute Elemente trotzdem anders wirken können (Chiralität). Wer hungrig geworden war, musste auf Liebig nicht verzichten: Markus Lepper und Beatrice Beck schenkten »Liebigs Fleischextrakt« nach Originalrezept als Suppe aus - verbunden mit der Warnung, die stark schmeckende Rinderbrühe vorsichtig zu probieren. Ebenfalls mit Fleischextrakt hatte Vanessa Spruck mit ihren Schülern der Aliceschule eine Liebig-Woscht hergestellt, die so gut schmeckte, dass sie schnell verzehrt war.

Nach gut zwei Stunden hatte ein junger Liebig noch ein Rendez-vous: er traf Käpt’n Chaos aus dem LLG-Unterstufen-Musical mit zwei Kumpanen in einer Bar; die drei versorgten den Wissenschaftler mit weiteren Ideen und brachten Justus am Ende sogar zum Singen: »Das wird zwar schon recht schwierig, doch er hat viel Verstand und auf das, was kommt, sind wir gespannt!« hieß das Resümee des Abends, der mit einem Ausblick von Professor Gerd Hamscher endete. Der Lebensmittelchemiker, zweiter Vorsitzender der Liebig-Gesellschaft, bedankte sich bei Schulleiterin Antje Mühlhans und ihrem Team und lud alle ein, das Liebig-Museum auf dem Weg zum Weltkulturerbe zu unterstützen.

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