30. Dezember 2011, 15:23 Uhr

Junge Autoren warten auf ihr Publikum

Das Literarische Zentrum (LZG) startet bereits am Samstag, dem 7. Januar, sein aktuelles Winterprogramm mit einer Lesung der Bachmannpreis-Gewinnerin Maja Haderlap. Ab 19 Uhr stellt sie im KiZ (Lonystraße 2) ihren mehrfach ausgezeichneten Roman »Engel des Vergessens« vor.
30. Dezember 2011, 15:23 Uhr
Maja Haderlap

Haderlap, 1961 geboren in Eisenkappel/Zelezna Kapla, war Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt und unterrichtet an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Ihr Roman »Engel des Vergessens« spielt in Kärnten. Der Krieg ist vorbei, doch in den Köpfen der slowenischen Minderheit, der die Familie aus Haderlaps Debütroman angehört, ist er immer noch ein Teil ihres Lebens. Inmitten dieser Familie steht ein kleines Mädchen. Nach Jahren findet es die richtigen Worte und beschreibt auf poetische Weise seine Vergangenheit.

Weiter geht es im Programm des LZG am 16. Januar. Ab 19 Uhr wird Benedict Wells im Jugendzentrum Jokus in der Reihe »Club der jungen Dichter« aus seinem dritten Roman »Fast genial« lesen. Die unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen mittellosen Jungen aus dem Trailerpark in New Jersey, der eines Tages erfährt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist, und sich auf die Suche nach ihm begibt, ist ein dramatischer Erkundungstrip mit immer neuen Wendungen und atemberaubendem Showdown.

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren und lebt heute in Berlin. Sein viel beachtetes Debüt »Becks letzter Sommer« erschien 2008 und wurde mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Nach »Spinner« hat er mit »Fast genial« bereits seinen dritten Roman vorgelegt.

Nachdem das Literarische Zentrum mit einer Lesung von Journalist, Drehbuchautor und Regisseur Georg Stefan Troller auf Burg Gleiberg am Mittwoch, 25. Januar, 19 Uhr, die Gießener Stadtgrenzen verlassen hat, folgt am Donnerstag, dem 26. Januar, wieder eine Lesung innerhalb der Stadt. Unter dem Motto »Hell und Schnell« tragen Studierende der Universität Gedichte von Robert Gernhardt bei freiem Eintritt im Margarete-Bieber-Saal vor: »Sonette find ich sowas von beschissen, so eng, rigide, irgendwie nicht gut«. Gernhardt war ein Meister im Grenzgang zwischen Ernst und Komik und hat mehr als 50 Jahre Gedichte geschrieben. Studierende der Germanistik haben sich in einem Projektseminar ein Semester lang mit seiner Lyrik beschäftigt. Dieser Gernhardt-Abend möchte dem Publikum einen Streifzug durch seine Lyrik bieten und diejenigen, die ihn noch nicht kennen, zum Weiterlesen verführen.

Am Donnerstag, 2. Februar, 19 Uhr, trifft sich der »Club der jungen Dichter« in den Marinestuben (Wißmarer Weg 31). Gregor Sander liest aus seinem Erzählband »Winterfisch«. Der Ostseeraum mit seinem ganz eigenen Charme bildet die Kulisse für seine neuen Erzählungen. Sie handeln von wortkargen, alten Seebären und der Sehnsucht der Menschen nach Verständnis, Liebe oder persönlicher Freiheit. Gregor Sander, geboren 1968 in Schwerin, lebt als freier Autor in Berlin. Seine Titelerzählung »Winterfisch« wurde 2009 beim Bachmann-Wettbewerb mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet.

Im Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung folgt am Sonntag, 5. Februar, um 11 Uhr ein internationales Literaturcafé, bei dem Odile Kennel aus ihrem Roman »Was Ida sagt« liest. Mit ihrer bildreichen Sprache zeichnet Kennel die Geschichte von drei Frauen, zwei Ländern (Deutschland und Frankreich) und einer Familie nach, deren Erlebnisse sich stimmig in den historischen Rahmen einfügen. Dabei zeigt sie, wie mächtig und gleichzeitig zerbrechlich Erinnerungen sein können.

Am Freitag, 24. Februar, folgt wieder ein Abstecher in ein Gießener Wohnzimmer. Der genaue Veranstaltungsort der »literarischen Heimsuchung« wird drei Tage vorher bekanntgegeben und da zur Lesung kulinarische Köstlichkeiten gereicht werden, kostet der Eintritt zu dieser Lesung 22 Euro. Karten gibt es ab 30. Januar im Vorverkauf in der Rickerschen Universitätsbuchhandlung. Zur Wohnzimmerlesung stellt Andreas Maier seinen aktuellen Roman »Das Haus« vor. Damit setzt der gebürtige Bad Nauheimer konsequent fort, was er mit seinem Erfolgsroman »Das Zimmer« begonnen hat. Ein Buch, ein Haus, ein Leben, nahe herangezoomt, dann wieder fast klinisch sezierend auf Abstand gebracht und immer erfüllt von der Seele des Kindes.

Karten für die Lesungen kosten in der Regel fünf beziehungsweise drei Euro. Für LZG-Mitglieder ist der Eintritt frei. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage www.lz-giessen.de. (gl/Fotos: pv)

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