04. November 2019, 21:37 Uhr

Jobticket wird ausgeweitet

04. November 2019, 21:37 Uhr

Deutlich über die Hälfte der knapp 1260 Mitarbeiter der Gießener Stadtverwaltung verfügt mittlerweile über das städtische Jobticket. Mit Stand vom Oktober waren es 755 Mitarbeiter, die das seit Jahresbeginn bestehende Angebot nutzen. Diese aktuellen Zahlen hat Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich jetzt im Zusammenhang mit einer parlamentarischen Anfrage der Gießener Linken vorgelegt. Damit sind im Laufe des Jahres noch einmal fast 200 Nutzer hinzugekommen, die Busse und Bahnen im Einzugsgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds gegen einen kleinen Eigenanteil in Höhe von 60 Euro pro Jahr nutzen können. Zu Jahresbeginn hatten 580 Stadtmitarbeiter das Jobticket beantragt.

Wie Weigel-Greilich berichtet, sind mittlerweile neben der Kernverwaltung auch Unternehmen, die der Stadt gehören, oder an denen sie beteiligt ist, in das Angebot einbezogen worden. Von Anfang an dabei waren die Mittelhessischen Wasserbetriebe; knapp die Hälfte der über 100 Beschäftigten hat ein Jobticket. Seit 1. Oktober nutzen die Gesellschaft für Soziales Wohnen sowie der Verein Ehrenamt das Angebot, zum 1. Januar soll das Jobticket auf die Stadthallen Gießen GmbH, die Gießen Marketing GmbH sowie das in Gießen ansässige Regionalmanagement Mittelhessen ausgedehnt werden.

Ebenfalls dabei seit 1. Oktober ist die Wohnbau samt ihrer Mieterservice-Tochter. »Stadtwerke und Stadttheater haben bereits Interesse am Jobticket geäußert. Grundsätzlich gilt, dass Gesellschaften mit mehr als 50 Beschäftigten einen eigenen Jobticket-Vertrag mit dem RMV abschließen müssen, davon hat die Wohnbau bereits Gebrauch gemacht«, erklärte die Grünen-Stadträtin.

Von den derzeit 755 Karteninhabern wohnt eine Mehrheit im Stadtgebiet. Der Stadt ist das Nahverkehrsticket, das Berufspendler zum Umstieg vom Pkw auf Busse und Bahnen bewegen soll, rund 200 000 Euro wert. Der Betrag schwankt mit der Zahl der Bediensteten. Im ersten Jahr werden es laut der Grünen-Stadträtin etwa 210 000 Euro sein, die die Stadt Gießen an den RMV überweist. 13,90 Euro sind es pro Mitarbeiter und Monat. Der Eigenanteil, den die Beschäftigten leisten, wird 2019 knapp 40 000 Euro betragen und wird vom Gehalt abgezogen.

Im Vergleich zu den Kosten für einen Dauerparkplatz rechnet sich das Ticket auf jeden Fall: Ein Platz im Parkplatz Roonstraße kostet monatlich 33 Euro, der monatliche Eigenanteil am Jobticket beträgt nur fünf Euro. Das Problem sind eher die langen Fahrzeiten vieler Regionallinien nach Gießen hinein. Das bildet sich im geringeren Zuspruch bei den auswärtigen Beschäftigten auch ab.

Schließt sich Landkreis an

Auch in den Kreisgremien wird derzeit über die Einführung eines Jobtickets für die rund 1000 Beschäftigten der Kreisverwaltung diskutiert, zuletzt war das bei einer Mitarbeiterumfrage erhobene Interesse aber eher bescheiden. Nur gut zehn Prozent würden es nutzen. Die schlechte Busanbindung der früheren Rivers-Kaserne und die kostenlosen Parkplätze für die Kreisbeschäftigten bieten bislang offenbar wenig Anreiz, auf den Nahverkehr umzusteigen.

Die Stadt verspricht sich von dem Jobticket nicht nur positive umwelt- und verkehrspolitische Auswirkungen, sondern setzt es auch als Argument beim Werben um Mitarbeiter ein. So wird auf das Angebot mittlerweile in jeder Stellenausschreibung hingewiesen. Auch Landeseinrichtungen wie die beiden Gießener Hochschulen werben in Stellenanzeigen mit dem komplett kostenlosen Landesticket.

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