23. Mai 2017, 22:34 Uhr

Arbeitsagentur entscheidet

Jobcenter wird am Güterbahnhof gebaut

Die Arbeitsagentur hat ihre Entscheidung getroffen. Die Stadt wird mit der Standortwahl zufrieden sein. Auch ein Verlierer des Bieterverfahrens äußert sich.
23. Mai 2017, 22:34 Uhr
Hier sollen sie hin: das neue Jobcenter und ein Hotel. (Foto: Schepp)

Die Würfel sind gefallen: Das neue Gießener Jobcenter wird in den kommenden eineinhalb Jahren auf einer Fläche am früheren Güterbahnhof gebaut. Dies teilte die Arbeitsagentur am Dienstag in einer Presseerklärung mit, nachdem sie dem heimischen Bauunternehmen mittelhessische wohnen GmbH im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag zur Errichtung des Zentrums erteilt hatte.

»Durch die zentrale Lage in Gießen ist der Standort auch für unsere Kunden aus dem Kreisgebiet, die kein Auto haben, über den öffentlichen Personennahverkehr sehr gut erreichbar«, kommentierte Jobcenter-Geschäftsführer Wolfgang Hofmann die Entscheidung. Im neuen Gebäude am Güterbahnhof sollen zudem alle Abteilungen des Jobcenters künftig gemeinsam an einem zentralen Standort arbeiten. Zurzeit sind die Beschäftigten auf vier Standorte Am Urnenfeld, in der Nordanlage, in der Ludwigstraße und am Riversplatz neben der Kreisverwaltung untergebracht. »Läuft im kommenden Genehmigungs- und Bauverfahren alles nach Plan, werden wir bis zum 1. Januar 2019 in die neuen Räumlichkeiten einziehen«, erklärte Hofmann.

Beitlich: »Kein Problem für uns«

Das viergeschossige Gebäude wird unterkellert sein und rund 6650 Quadratmeter Nutzfläche mit großem Empfangsbereich, Büros für Beratungsgespräche, Besprechungsräumen sowie Kantine umfassen und soll ab Januar 2019 den rund 270 Beschäftigten des Jobcenters Platz bieten. Pkw-Stellplätze für Besucher und Mitarbeiter werden im neu geplanten Parkdeck, das neben dem Hauptgebäude entstehen soll, untergebracht.

Mit der Entscheidung für den Güterbahnhof dürfte auch die Stadt zufrieden sein, hatte sich der Magistrat erst vor wenigen Tagen für diesen Standort ausgesprochen und ebenfalls auf die sehr gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr hingewiesen.

Wie berichtet, gab es für den Bau des Jobcenter mehrere Interessenten, zuletzt befanden sich nur noch die mittelhessische Wohnen und die Revikon GmbH mit einer Fläche im früheren US-Depot im Rennen. Revikon-Chef Daniel Beitlich reagierte gelassen auf die Entscheidung: »Für uns ist das überhaupt kein Problem.« E s gebe genügend Interesse von anderen Firmen und Institutionen, sich im Gewerbegebiet Alter Flughafen niederzulassen. »Zum Schluss ging es wohl nur noch über den Preis«, vermutet Beitlich.

Für die Stadt hat der Zuschlag für den Güterbahnhof-Investor auch den Vorteil, dass die Planung für das Gesamtareal nun so weiterentwickelt werden kann, wie es die Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstag beschlossen hatte. Der Entwurf des Bebauungsplans »Güterbahnhof II« sieht neben dem Jobcenter den Bau eines zweiten Parkhauses und eines Mittelklasse-Hotels mit 100 Betten sowie die Einrichtung eines Bahnhofs für Fernbusse vor.

Das Jobcenter Gießen ist eine Behörde und für die Betreuung von Arbeitslosengeld II-Empfängern in Stadt und Landkreis Gießen zuständig. Im April erhielten knapp 11 000 Haushalte Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II/Hartz IV).

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