28. August 2017, 10:05 Uhr

Schlammbeiser-Pils

Jeder kann mitmachen: Brauerei sucht Gesellschafter

Lust auf Bier aus Gießen? Dann los. Die neue Gießener Brauerei sucht Menschen, die sich beteiligen wollen. Die nächsten Ziele: 0.33-l-Fläschchen und eine eigene Braustätte in der Stadt.
28. August 2017, 10:05 Uhr
2018 soll es Schlammbeiser auch in 0,33-Liter-Flaschen geben. (Foto: mac)

Genau genommen ist das »Schlammbeiser«- Pils ein Getränk mit Migrationshintergrund. Gut und gerne 60 Kilometer legt das Gießener Bier schließlich von seiner Produktion in den Vogelsberger Landbrauereien in Lauterbach zurück, bevor es bei den echten Schlammbeisern auf dem Tisch landet.

Damit diese Touren bald ein Ende haben, nehmen die Initiatoren jetzt den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer eigenen Brauerei in den Blick: Sie wollen möglichst viele Bürger dafür begeistern, sich an der neu gegründeten Gießener Brauerei GmbH und Co. KG zu beteiligen.

Ein Anteil für 1000 Euro
 

Vor Kurzem hat sie die ursprüngliche Rechtsform e.K. (eingetragener Kaufmann) abgelöst. Dadurch können Privatleute als Gesellschafter Beteiligungen an dem Unternehmen erwerben, das Prof. Rainer Kühl und Dr. Andreas Hildenbrand vom Institut für Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswissenschaften der Justus-Liebig-Universität nach der Insolvenz des Gießener Brauhauses 2015 ins Leben gerufen haben. Ein Anteil kostet 1000 Euro, maximal zehn Anteile kann jeder Interessent erwerben.

Das neue Konstrukt entspreche dem Ziel, »die heimische Bevölkerung an ihrem eigenen Bier teilhaben zu lassen«, sagte Hildenbrand bei einer Informationsveranstaltung am Samstag. Es sei aber auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, weil nur so in kurzer Zeit viel Kapital zu beschaffen sei.

Und Kapital braucht die GmbH. Auf 75 000 bis 100 000 Euro bezifferte Geschäftsführer Florian Dreyer die geplanten Investitionen – allein für das kommende Jahr.
 

0,33-Liter-Flaschen schon 2018

Größter Posten ist die Einführung von 0,33-Liter-Flaschen. Diese wünschen sich offenbar immer mehr Kunden. Bisher ist das Bier nur im halben Liter erhältlich. Um die Nachfrage zu bedienen, müsse passendes Leergut gekauft werden, erläuterte Dreyer. Außerdem seien von der Abfülltechnik bis zu den Etiketten etliche weitere Kostentreiber zu bedenken. Insgesamt soll 2018 laut Hildenbrand eine Vervierfachung der Produktion erreicht werden, die derzeit bei etwa 5000 Kästen (500 Hektoliter) im Jahr liegt.

Gelingt der Sprung, ist das nächste große Ziel theoretisch nur noch 1000 Hektoliter entfernt: Wie Dreyer vorrechnete, rentiere sich eine eigene Brauerei erst ab einer Produktion von 3000 Hektolitern jährlich.

Nicht so groß wie das alte Brauhaus

Ungeachtet solcher Rechnungen würde die Produktionsstätte aber bei Weitem nicht so groß werden wie das alte Gießener Brauhaus, betont Hildenbrand. Dafür, dass sie überhaupt Realität wird, könnten neben den kleineren Flaschen, die Anfang 2018 auf den Markt kommen sollen, ab Herbst auch »Schlammbeiser«-Fässer sorgen.

Bleibt nur eine Frage: Ist das »Schlammbeiser Pils« in Gießen hinreichend bekannt? Einige der rund 40 Zuhörer berichteten, dass Händler wie Kunden das »Schlammbeiser« für eine einmalige Aktion hielten. Der Stand auf dem Stadtfest habe Aufklärungsarbeit geleistet, sagte Hildenbrand. Dennoch sei für die kommenden Monate mehr Werbung geplant, unter anderem in Studentenkreisen.

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