13. November 2018, 21:47 Uhr

Jährlich über 13 000 Anrufe

13. November 2018, 21:47 Uhr
Die beiden Leiter der Telefonseelsorge, Gerhard Schlett und Martina Schmidt. (Foto: ür)

Gießen-Wetzlar (ür). Die Telefonseelsorge für den Raum Gießen-Wetzlar-Marburg blickt auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Am 1. Dezember 1978 hat die Telefonseelsorge ihren Dienst aufgenommen. Zunächst konnte ein Dienst von 17.30 bis 22.30 Uhr angeboten werden. Aber schon damals plante man, 50 bis 70 ehrenamtliche Mitarbeiter auszubilden, schildern die evangelische Pfarrerin Martina Schmidt und der katholische Pastoralreferent Gerhard Schlett. Damit wollte man dann einen Dienst »Rund-um-die-Uhr« einrichten können. Angefangen hat die Arbeit mit 38 Mitarbeitern, die ab April 1978 ausgebildet wurden. Diplom-Psychologe Herbert Bergemann leitete damals den Aufbau der Dienststelle. Als weitere hauptamtliche Mitarbeiterin wurde die damalige Pfarrvikarin Eva Meineke eingestellt, die inzwischen im Ruhestand lebt.

Damals gab es noch keine einheitliche Nummer der Telefonseelsorge für ganz Deutschland, sondern man konnte im Ortsnetz mit einer Nummer für die jeweilige Dienststelle die Telefonseelsorge erreichen. Auch musste der Anrufer die Ortsgebühr von 23 Pfennig ohne Zeitbeschränkung bezahlen. In der damaligen Mitteilung eines Gießener katholischen Gemeindeblattes hieß es: »Die Einrichtung der Telefonseelsorge in der Bundesrepublik, die von evangelischen und katholischen Christen getragen werden, bieten allen Ratsuchenden die Möglichkeit, befähigte und verschwiegene Gesprächspartner zu finden, die sie in ihrer jeweiligen Situation ernst nehmen, ihnen im Krisenfall beistehen und ihre Anonymität achten.«

23 Pfennig pro Anruf

Die Aufgaben und Ziele der Telefonseelsorge haben sich seitdem nicht geändert. Organisatorisch hat sich insofern eine Veränderung ergeben, dass in Marburg inzwischen eine eigene Dienststelle eingerichtet wurde. Es haben sich aber auch einige Wünsche von damals erfüllt, berichtet Schlett: So hat die Telefonseelsorge derzeit 65 ehrenamtliche Mitabeiter. Es gibt bundesweit die einheitlichen Telefonnummern 08 00/111 0 111 und 08 00/111 0 222, die kostenfrei für jeden Anrufer sind. Und natürlich bietet heute die Telefonseelsorge ihren Dienst »rund-um-die-Uhr« an. Schmidt und Schlett informierten darüber, dass jährlich über 13 000 Anrufe bei den ehrenamtlichen Telefonseelsorgern eingehen.

Aus Anlass des Jubiläums gibt es am 5. Dezember um 19.30 Uhr eine Orgelsoiree in der St. Bonifatius Kirche in Gießen (Liebigstraße 28) mit Musik und Texten unter dem Titel: »Höhen und Tiefen – 40-jähriges Jubiläum der Telefonseelsorge Gießen-Wetzlar«.

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