04. Juli 2012, 20:43 Uhr

JLU erneut erfolgreich bei »Loewe«

Gießen (pm/si). Die Justus-Liebig-Universität hat im hessischen Landes-Exzellenzprogrammes »Loewe« erneut einen großen Erfolg verbucht. Das Projekt »Stoffspeicherung in Grenzschichten« erhielt am Mittwoch in der fünften Förderstaffel den Zuschlag als Loewe-Schwerpunkt.
04. Juli 2012, 20:43 Uhr

Dafür hatte die Hochschule für die kommenden drei Jahre insgesamt knapp vier Millionen Euro beantragt, »Store-E« beschäftigt sich mit der Speicherung und Wandlung von Energie. Chemiker, Physiker und Materialwissenschaftler um den Projekt-Koordinator Prof. Jürgen Janek (Physikalisch-Chemisches Institut und Laboratorium für Materialforschung) werden neue Materialien und Materialkonzepte für die effiziente Energiespeicherung erforschen. Das betrifft Komponenten für Batterien, Superkondensatoren und Speicherkatalysatoren. »Die Entscheidung unterstreicht die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Justus-Liebig-Universität in diesem sehr zukunftsträchtigen Forschungsgebiet«, betonte Präsident Prof. Joybrato Mukherjee.

Speichereffekte sind ein vielfältiges Forschungsgebiete in Physik, Chemie und Materialwissenschaft. Sie reichen von der Informationsspeicherung, der Energie- und Wärmespeicherung bis zur Stoffspeicherung und sind die Basis für unverzichtbare Technologien. Elektrochemische Verfahren der Energiespeicherung, die bei der Entwicklung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (»Elektromobilität«) und mobilen Geräten sowie bei der Weiterentwicklung des Energieversorgungsnetzes (»Smart Grid«) eine große Herausforderung darstellen, sind immer auch mit Stoffspeichereffekten verknüpft.

In den letzten Jahren hätten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Schwerpunkt in der Elektrochemie, der elektrochemisch orientierten Materialforschung und der Physik von Mikro- und Nanostrukturen aufgebaut, Drittmittel zur Förderung der »Elektromobilität« eingeworben und Verbindungen zur Helmholtz-Gemeinschaft und zur Industrie geschaffen, sagte »Store-E«-Koordinator Janek. Der neue Schwerpunkt solle diese Stärken bündeln und damit auch das Profil in der »elektrochemischen Materialforschung« sichtbar ausbauen. Die enge Anbindung der IHK Gießen-Friedberg und regionaler Industrieunternehmen könne ökonomische Perspektiven frühzeitig ausloten.

»Store-E« wird insbesondere getragen vom 2008 gegründeten Laboratorium für Materialforschung, unter dessen Dach die materialwissenschaftlich orientierten Arbeitsgruppen der Universität gemeinsame Projekte durchführen. Plattformen sind unter anderem das Mikro- und Nanostrukturierungslabor, das Elektrochemie- und Grenzflächenlabor sowie das Dünnschicht- und Epitaxielabor. Die Forscher arbeiten dabei eng auch mit Fachkollgen der Universität Marburg und der TH Mittelhessen zusammen. Geplant ist außerdem ist eine Kooperation mit dem künftigen Fraunhofer-Institut für Werkstoffkreisläufe und Werkstoffsubstitution (IWKS) in Hanau/Alzenau. Das für die Projektgruppe verantwortliche Fraunhofer-Institut für Silikatforschung in Würzburg und das dort entstehende Zentrum für Angewandte Elektrochemie sind ebenfalls wichtige Partner.

An zwei weiteren Vorhaben beteiligt

Beteiligt ist die Universität Gießen an zwei weiteren Loewe-Schwerpunkten: »Integrative Pilzforschung (IPF), bei dem die Universität Frankfurt die Federführung hat. Sowie »Elektronendynamik chiraler Systeme (ELCH), hier führt die Universität Kassel Regie. Über die »Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (kurz: Loewe) fördert das Land Hessen seit 2008 Spitzenförderung an seinen Hochschulen. In der fünften Staffel werden fünf Projekt – darunter ein besonders lukratives Loewe-Zentrum – mit insgesamt 40 Millionen Euro unterstützt. (Foto: AZ)

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