28. Juli 2009, 20:52 Uhr

JLU-Psychologe Gegenfurtner erhält DFG-Millionenförderung

Gießen (pm). Als erster Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität wird der Psychologe Prof. Karl Gegenfurtner im Rahmen des neuen Reinhart-Koselleck-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
28. Juli 2009, 20:52 Uhr

Über einen Zeitraum von fünf Jah ren wird der Leiter der Abteilung Allgemeine Psychologie mit Hilfe von Fördermitteln in Höhe von 1,25 Millionen Euro die Wahrnehmung von Materialeigenschaften untersuchen. Dies sei ein bislang noch unerforschter Bereich, heißt es in einer Pressemitteilung der JLU. Das DFG-Programm sei »besonders innovativen, aber auch risikoreichen Projektideen exzellenter Einzelwissenschaftler vorbehalten«.

In der Vergangenheit stand vor allem die Wahrnehmung einzelner Objekteigenschaften wie Farbe oder Helligkeit im Zentrum des Interesses der Wahrnehmungspsychologie. Wie Menschen die Eigenschaften der Materialien (hart oder weich, rau oder glatt), aus denen die Objekte bestehen, auf Grund rein visueller Reize erkennen oder klassifizieren können, liegt bislang noch weitgehend im Dunkeln. Auch das Zusammenspiel von visueller Wahrnehmung und Ertasten des Objekts soll erforscht werden. Mittels bildgebender Verfahren will Prof. Gegenfurtner aufklären, welche Bereiche des Gehirns für die Materialwahrnehmung besonders wichtig sind und wie die emotionalen Reaktionen, die Materialien auslösen können, an die Wahrnehmung gekoppelt sind.

Karl Gegenfurtner hat an der Universität Regensburg Psychologie studiert. Im Anschluss hielt er sich sieben Jahre in New York auf, wo er in Experimenteller Psychologie promovierte und als Post-Doktorand am Center for Neural Science und am Howard Hughes Medical Institute der New York University tätig war. 1993 kehrte er nach Deutschland zurück, und zwar zunächst an das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. Im Jahr 2000 wurde er zunächst auf eine Professor für Biologische Psychologie nach Magdeburg berufen, bis er 2001 den Ruf nach Gießen annahm. Der Experimentalpsychologe hat bisher maßgeblich zur Erforschung der Verarbeitung von Farbinformation im Gehirn und der Steuerung visuell geführter Bewegungen beigetragen.

Die Reinhart-Koselleck-Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft sollen herausragenden Wissenschaftlern die Durchführung von Forschungsprojekten ermöglichen, die weder im Rahmen der Arbeit an ihrer jeweiligen Institution noch in den anderen Förderverfahren der DFG realisiert werden können. Zusätzlich zu ihren innovativen Ideen müssen die Antragsteller auch mit ihrem bisherigen wissenschaftlichen Lebenslauf überzeugen und auf diese Weise den nötigen Vertrauensvorschuss rechtfertigen.

Namensgeber des neuen Fördermoduls ist der im Jahr 2006 verstorbene Reinhart Koselleck, einer der bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts, der in Deutschland zu den Begründern der modernen Sozialgeschichte gehörte.

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