17. Februar 2015, 10:53 Uhr

Improvisationstheater mit Compania del Sur

Einen Spagat wagte die spanischsprachige Theatergruppe Compania del Sur aus Gießen. Mit einem szenischen Improvisationsprojekt vereinten die Mitglieder Tanz, Theater und Musik.
17. Februar 2015, 10:53 Uhr
Auch optisch wird »Liebe« (Gitarrist: Alexander Liebe) von den Tänzerinnen Steffgen und Ladilova (v. l.) in das Stück eingebunden. (Foto: duh)

Unter dem Namen »Las bodas de Don Juan« präsentierten vier Akteure ihr aktuelles Stück, das sich mit all den schönen wie schmerzhaften Facetten der Liebe befasst. Texte der spanischen Lyrik vom Mittelalter bis zur Gegenwart bildeten den Ausgangspunkt der Aufführung. Vorgetragen wurden sie von dem gebürtigen Spanier Juan Bautista Ybanez Centeno, während Anna Ladilova und Teresa Steffgen den Inhalt der Texte tänzerisch widerspiegelten. Für die akustische Untermalung mit klassischer sowie zeitgenössischer Gitarrenmusik sorgte der Gießener Liedermacher Alexander Liebe.

Ein wenig experimentell klang die Ankündigung als »szenisches Improvisationsprojekt mit Interaktion zwischen Musik, Tanz und Schauspiel« schon. Und so durften die Zuschauer am Freitag- sowie Samstagabend äußerst gespannt das Geschehen auf der Bühne im Georg-Büchner-Saal erwarten.

Mit insgesamt 18 kurzen Texten spanischer Lyriker (Federico García Lorca, Bécquer und Juana Inés de la Cruz) wurde der Weg der Liebe, beginnend bei der Entdeckung des Körpers über erste Flirts und Erotik bis hin zur wahren Liebe, Irrungen und Verblendungen und schließlich das Ende der Liebe dargestellt. Das Besondere bei diesem Projekt ist die Art der Übersetzung, denn die Texte wurden in ihrer Originalsprache vorgetragen, während die beiden Tänzerinnen Ladilova und Steffgen mit ausdrucksstarker Körpersprache und Mimik das Gesprochene
visualisierten. Miteinander und gegeneinander, mal eng umschlungen, mal voneinander abweisend, stellten sie all die schönen wie enttäuschenden Momente der Liebe dar. Dazu sprangen sie synchron in die Luft und wälzten sich im nächsten Moment auf dem Boden. Alexander Liebe begleitete derweil mit seiner Gitarre und lieblichen Melodien, aber auch knarzenden Geräuschen die Texte bzw. die Tänzerinnen. Problemlos wurde so auch dem nicht Spanisch sprechenden Zuschauer das Verfolgen der Geschichte ermöglicht. Und eindrucksvoll demonstrierte die Gruppe gleichzeitig, wie Probleme durch sprachliche Barrieren mittels Kunst umschifft werden können. Eine nicht festgefahrene Deutungsweise erweitert gar noch den Interpretationsspielraum.

Das Stück, welches schließlich nur als Gesamtwerk wahrgenommen werden kann (Tanz, Musik und Schauspiel ergeben nur in Kombination einen Sinn), führt die Theatergruppe ebenfalls noch in Saarbrücken und in Spanien selbst auf. duh

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