11. November 2019, 21:37 Uhr

Imagekampagne gegen Vorurteile

11. November 2019, 21:37 Uhr
Mit Plakaten wie diesem will die Gießener Ahmadiyya-Gemeinde über ihren Glauben informieren. (Foto: Schepp)

Mit einer Imagekampagne ist die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde aktuell in Gießen präsent. An zehn Standorten in der Stadt finden sich Plakate mit Botschaften der Glaubensgemeinschaft; außerdem gibt es einen Stand im Seltersweg. Die Kampagne läuft noch bis Donnerstag. Ziel sei es, über den Islam aufzuklären und Vorurteile abzubauen, sagte Khurram Tahir, Generalsekretär der Gießener Gemeinde, bei einem Pressegespräch im Netanya-Saal im Alten Schloss.

Ahmadiyya gilt als reformorientierte, aber wertkonservative Strömung innerhalb des Islams. Gegründet wurde sie von Mirza Ghulam Ahmad in den 1880er Jahren in Indien; die Gläubigen sehen in ihm den Messias, berufen sich auf dessen Schriften sowie auf islamische Rechtsquellen wie den Koran. In einigen muslimischen Ländern wird die Ahmadiyya-Lehre abgelehnt. In Hessen wurde die Ahmadiyya Muslim Jamaat 2013 als erste muslimische Gemeinde in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und so gleichgestellt mit Kirchen. Sie bildet Imame aus und ist mitverantwortlich für den Islamunterricht an Hessens Grundschulen. In Deutschland gibt es 45 000 Mitglieder in 220 Gemeinden und 50 Moscheen. Eine davon steht seit zwei Jahren an der Marburger Straße in Gießen. In der Stadt ist die Gemeinde seit 35 Jahren präsent.

Neben dem Bildnis ihres Gründers zieren die Plakate Zitate aus dessen Schriften oder aus dem Koran. So findet sich das Motto der Gemeinschaft »Liebe für alle, Hass für keinen« genauso wieder wie »Verbreitet Freude auf Erden«, »Es soll kein Zwang sein im Glauben« oder »Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt«. Ziel der Imagekampagne sei es, betonte Tahir, klar zu differenzieren zwischen Muslimen und »fanatischen Extremisten«. So könnten Vorurteile gegenüber dem Islam entkräftet und einer Spaltung der Gesellschaft entgegengewirkt werden, sagte er.

Die Ahmadiyya-Gemeinde ist Mitglied im Gießener Rat der Religionen. Auch mit den hiesigen muslimischen Gemeinden sei der Umgang gut, betonte der Imam Ahmad Arslan. Neben Tagen der offenen Tür veranstalten die Gläubigen an Neujahr eine Putzaktion in der Stadt, laden zu einem Empfang ein und organisieren Vorträge. Khurram betonte: »Wir fühlen uns als Teil Deutschlands.«

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