24. Oktober 2019, 22:08 Uhr

Im Vorjahr 380 Frauen betreut

24. Oktober 2019, 22:08 Uhr

Die »Oase«, die Einrichtung von Mission Leben für Frauen in sozialen Notlagen, wird 25 Jahre alt. Das wird gefeiert - und zwar am heutigen Freitag, 25. Oktober, von 14 bis 17 Uhr in der Dammstraße 30. Interessierte sind zu diesem Tag der offenen Tür eingeladen. Eine Ausstellung informiert über Arbeit und Hilfeangebote für Frauen der »Oase«. Wer Interesse hat, kann einen Blick in das Haus werfen. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee und Kuchen gesorgt.

2018 wurden von der »Oase« rund 380 Frauen betreut oder beraten. Zum Team zählen Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen sowie Mitarbeiterinnen in Verwaltung und Hauswirtschaft. Dank der Nachtbereitschaften, die durch studentische Nachtwachen abgedeckt werden, sind rund um die Uhr Notfallaufnahmen gewährleistet. Christiane Salzmann, die die »Oase« seit 2013 leitet, ist mit ihrem multidisziplinär zusammengesetzten Team zufrieden: »Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet und alle Kolleginnen sind hoch motiviert und engagiert.«

Aktuell registriert die »Oase« eine verstärkte Nachfrage von Frauen mit überaus komplexen Problemlagen. Deren Betreuung ist zeitintensiv, weil oftmals elementare soziale Fähigkeiten vermittelt werden müssen. »Mir ist es ganz wichtig, Frauen den Raum und die Möglichkeit zu geben, unabhängige Entscheidungen zu treffen und für sich selbst einzustehen. Das gilt grundsätzlich für jedes Alter«, sagt Salzmann.

Zunehmend bereiten die räumlichen Bedingungen in der »Oase« Sorge. Denn sie erschweren die Betreuung und eine individuelle Hilfe, vor allem im Bereich Wohnheim. So können sich Frauen mit Kindern, die ebenfalls verstärkt die Hilfe der »Oase« nachfragen, derzeit nur beraten lassen. Aufgrund der räumlich beengten Verhältnisse ist eine Aufnahme im Wohnheim - obwohl teilweise erforderlich - nicht möglich.

Die »Oase« sucht deshalb in Absprache mit den zuständigen Kostenträgern - Landeswohlfahrtsverband Hessen und Landkreis Gießen - schon seit Monaten intensiv nach einer neuen Liegenschaft. Deshalb hoffen »Oase« und Mission Leben auf Unterstützung, Hinweise und Tipps von Kooperationspartnern, Gemeinwesen und Umfeld, um baldmöglichst ein geeignetes Objekt finden zu können.

Rückblick: Zur Zeit der Wende, also 1989/1990, gab es in Gießen und Umgebung einen akuten Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten für obdachlose Frauen. Sie wurden vorübergehend in Pensionen untergebracht. Die Frauenbeauftragten des Landkreises Gießen und der Stadt Gießen, Elisabeth Faber und Ursula Passarge, engagierten sich für eine Einrichtung, in der Frauen einen Schutzraum finden und sich neu orientieren und entfalten können. Die Stadt Gießen stellte dem Träger Mission Leben, der damals noch Hessischer Landesverein für Innere Mission (HLIM) hieß, das Gebäude des Gartenamts zur Verfügung.

Bei der Eröffnung der »Oase« - was nach einer Idee des ersten Betreuungsteams für »Obdach haben - Ausruhen können - Schutz erleben - Etwas Neues entwickeln« steht - standen für Frauen vier Notbetten, elf Wohnheimplätze und eine Beratungsstelle zur Verfügung. Die Zahl der Betten für Notübernachtungen wurde später auf zwei reduziert, dafür kamen 1999 vier Plätze für Betreutes Wohnen dazu.

Die »Oase« ist Teil des Geschäftsbereichs »Hilfe für Menschen in sozialen Notlagen« von Mission Leben mit insgesamt sechs Einrichtungen in Hessen und Rheinland-Pfalz.

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