14. Oktober 2018, 19:06 Uhr

IT-Fachkräfte für das Land

14. Oktober 2018, 19:06 Uhr
LWG
Finanzminister Schäfer (v.l.) mit Partnern bei der Vertragsunterzeichnung. (Foto: lwg)

Mit dem Schwerpunkt auf Verwaltungsinformatik und modernem e-Government erweitert die Technische Hochschule Mittelhessen das Profil des bereits bestehenden Studiengangs »Softwaretechnologie«. In Zukunft kooperiert das Land Hessen im Rahmen von StudiumPlus mit der Hochschule bei der Ausbildung seiner IT-Fachkräfte. Ab dem Wintersemester 2019/2020 wird das duale Studium erstmals gemeinsam angeboten.

Der duale Studiengang soll »fit für die Karriere in der Hessischen Landesverwaltung« machen, erklärte Finanzminister Thomas Schäfer. Wie bei StudiumPlus üblich, würden die akademischen Studieninhalte auch eine enge Verknüpfung zur verwaltungsbezogenen Praxiserfahrung bieten. Hessen belege im bundesweiten Vergleich hinsichtlich der Digitalisierung einen der Spitzenplätze. Damit dies auch in den kommenden Jahren so bleibee, brauche das Land junge Köpfe mit fundiertem Wissen und ihre Ideen.

Ein entscheidender Schlüssel sei dabei auch die von der THM gebotene Dezentralität des Studiengangs. Um dem demographischen Wandel und der fortschreitenden Landflucht entgegen zu wirken, wird das Studium auch »in ländlicheren Einzugsgebieten« ermöglicht und in Wetzlar sowie Bad Vilbel angeboten. Der Leitende Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums für Duale Hochschulstudien in Wetzlar, Harald Danne, sieht darin eine Chance, »Fähigkeiten in die Region hinauszutragen und Mittelhessen zu stärken«. Er betonte außerdem, dass der Rohstoff der Zukunft Daten seien. Um die Ausbildung von digitalen Grundfähigkeiten zu gewährleisten, müssten »Hochschule und Gesellschaft enger zusammen arbeiten«.

Die Lehrinhalte seien im Vorhinein mit rund 20 Unternehmenspartnern der Hochschule entwickelt worden um den Anforderungen gezielt entgegenzukommen, sagte THM-Präsident Matthias Willems. Insbesondere im IT-Bereich sei Aktualität das höchste Gut, die in den nächsten Jahren verstärkt erforderlich sei. Die Anforderungen, die Informationssysteme an Entwickler und Nutzer stellen, würden immer komplexer. Aus diesem Grund setzen sich die Module zwar auch aus Grundlagen der Informatik sowie Wirtschaftsinformatik zusammen, der Fokus liege jedoch auf der Vermittlung von Methoden zur Problemlösung. Die Studenten schließen den Studiengang nach sieben Semestern mit dem Titel Bachelor of Science ab.

Die Zusammenarbeit des Landes mit einer Hochschule ist in Wiesbaden bereits einen Schritt weiter. In den vergangenen Tagen begann dort für die 14 Erstsemester ihr duales Studium an der Hochschule RheinMain. Bei der Begrüßung erklärte Kanzleramtsminister Helge Braun, dass die Absolventen »auf allen staatlichen Ebenen dringend benötigt werden, um den Bürgern die digitalen Dienste bieten zu können, die sie zu Recht erwarten«. Man sei laut Finanzminister Schäfer außerdem mit weiteren Hochschulen über zusätzliche Kooperationen im Gespräch.



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