11. Dezember 2009, 18:48 Uhr

IHK: Trotz Fehlbetrag keine Beitragserhöhung

Gießen (pd). Die Wirtschaftskrise geht auch an der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg nicht spurlos vorüber. Bei der Vollversammlung am Mittwochabend wurde im Rahmen der Verabschiedung des Wirtschaftsplanentwurfs 2010 ein Fehlbetrag von rund 300 000 Euro festgestellt.
11. Dezember 2009, 18:48 Uhr

Gießen (pd). Die Wirtschaftskrise geht auch an der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg nicht spurlos vorüber. Bei der Vollversammlung am Mittwochabend wurde im Rahmen der Verabschiedung des Wirtschaftsplanentwurfs 2010 ein Fehlbetrag von rund 300 000 Euro festgestellt. »Die Beiträge werden aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich zurückgehen«, prognostizierte IHK-Präsident Dr. Wolfgang Maaß. Eine Beitragserhöhung schloss er aber aus. Der Fehlbetrag soll durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgeglichen werden.

Bei der ersten Vollversammlung in den neuen IHK-Seminarräumen am Flutgraben ging der Präsident in seinem Bericht zunächst auf einige positive Ansätze bei Konjunktur und wirtschaftlicher Entwicklung ein. Auch die Prognosen einer steigenden Arbeitslosigkeit hätten sich bisher nicht bestätigt. Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz der neuen Bundesregierung seien in der Steuerpolitik zwar einige Komponenten der Vorgängerregierung korrigiert worden, kritisch kommentierte Maaß jedoch die geplante Absenkung der Mehrwertsteuer für Hoteldienstleistungen. »Mir persönlich erschließt sich nicht, warum es für diese Gruppe eine Mehrwertsteuer-Erleichterung geben soll«, sprach sich der IHK-Präsident gegen eine Privilegierung des Hotelgewerbes aus.

Bei der Ausbildungsentwicklung liege man deutlich über dem Hessen- und dem Bundesschnitt. Die Zahl der Ausbildungsverträge sei im Kammerbezirk zwar um 6,1 Prozent zurückgegangen, allerdings gebe es auch weniger Lehrstellenbewerber. Der IHK-Jahresempfang werde nicht wie üblich im Januar stattfinden, kündigte Maaß an. Terminiert ist der Empfang diesmal für den 31. Mai. Als Festredner ist Prof. Friedrich Grimminger vorgesehen.

Die Frage »Verkauf oder Sanierung?«, die bei der letzten Vollversammlung im September in Bezug auf das Seminargebäude in Friedberg gestellt worden war, ist inzwischen beantwortet. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Kosten für eine Sanierung unter 700 000 Euro liegen, berichtete Vizepräsident Thomas Lupp. Ein Neubau hätte dagegen 1,8 Millionen Euro gekostet. Das Seminargebäude in der Hanauer Straße werde sich nach den notwendigen Arbeiten als modern saniertes Gebäude präsentieren, eventuell seien sogar Investitionen im energetischen Bereich möglich.

Einstimmig passierte der von Thomas Rühl vorgestellte Jahresabschluss 2008, der eine Bilanzsumme von 13,357 Millionen Euro ausweist, die Versammlung. Der Jahresüberschuss in Höhe von 6464,54 Euro wird mit Beschluss des Gremiums der Ausgleichsrücklage zugeführt. Nach der Entlastung von Präsidium und Hauptgeschäftsführer stellte Dr. Matthias Leder den Wirtschaftsplanentwurf 2010 vor. Zwar rechne man in einigen Bereichen wie Gebühren und Entgelten mit einem Plus, insgesamt werde jedoch ein Einnahmerückgang erwartet, erläuterte der Hauptgeschäftsführer den oben erwähnten Fehlbetrag. Rainer Schwarz bekräftigte für den Haushaltsausschuss, dass man diesmal nicht mit einer »schwarzen Null« rechnen könne, da die Beitragseinnahmen rückläufig sein werden.

Zahlreiche Berichte aus den IHK-Ausschüssen spiegelten die Aktivitäten der Kammer zwischen Wetterau und Vogelsbergkreis wider. Unter anderem verwies Dr. Angelika Schlaefke auf die bevorstehende Landesgartenschau in Bad Nauheim 2010 sowie die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau in Gießen 2014. Hauptgeschäftsführer Leder ging in seinem Bericht auf Veränderungen im Internetauftritt der Kammer ein, der nun stärker aus Kundensicht aufgebaut sei. Zudem wolle die Kammer sozial verantwortliches Handeln fördern und eine stärkere Service-Orientierung bieten. Die Kundenbindung soll insgesamt erhöht werden, die regionale Wirtschaft durch »Cluster-Management und Leuchtturm-Projekte gestärkt werden«.

Der 1. Vizepräsident Fritz Hartmut Ulrich plädierte beim Thema »Strategisches IHK-Managementsystem für 2010« dafür, mehr Unternehmer als Botschafter und Multiplikatoren zu gewinnen. »Die Motivation für Ehrenamtsauftritte hat offenbar abgenommen«, regte Ulrich an, insgesamt mehr ehrenamtliche Aktivitäten wahrzunehmen.

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