30. November 2018, 21:23 Uhr

Holzernte mit Henry

30. November 2018, 21:23 Uhr
Landwirt Thomas Sänge und sein Kaltblut Henry helfen bei der umweltschonenden Holzernte, was Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich (l.) und Ernst-Ludwig Kriep (2. v. l.), als Leiter des städtischen Forstbetriebs erfreut. (Foto: pm)

Bei der diesjährigen Holzernte bringt die Stadt Gießen wieder Rückepferde zum Einsatz. Bei einem Ortstermin im Schiffenberger Wald konnten sich Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich und der Leiter des städtischen Forstbetriebs Ernst-Ludwig Kriep von den Vorzügen des Pferdeeinsatzes überzeugen. Die Arbeit erfolgt klimaneutral, der Boden wird geschont und nachwachsende Bäume werden weniger beschädigt als beim Maschineneinsatz.

Während in einer anderen Waldabteilung die Holzernte noch in vollem Gang ist und dicke Buchen und Eschen krachend zu Boden fallen, hört man in der Nachbarfläche fast keinen Laut. Dort arbeiten Pferderücker Thomas Sänger und Henry als Team für den städtischen Forstbetrieb. Henry ist ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut, ein kräftiges, breit gebautes Arbeitspferd. Es zieht die fünf Meter langen Baumteile an die Rückewege. Thomas Sänger dirigiert das muskelbepackte Tier ruhig und sicher zwischen den Bäumen hindurch. Beide wirken dabei sehr gelassen und haben in den letzten neun Jahren gemeinsam schon eine Menge Holz »auf dem Buckel«.

Landwirt Thomas Sänger arbeitet auf seinem Hof mit insgesamt fünf Pferden als Zugtieren und ist von deren Vorzügen absolut überzeugt.

»Im Stadtwald soll das Nutzholz möglichst schonend gewonnen werden«, sagt Stadträtin Weigel-Greilich. »Ziel ist es, einen möglichst artenreichen, mehrstufigen Mischbestand zu erhalten. Dies stellt gerade in Zeiten von Klimaveränderung und Extremwetterereignissen eine große Herausforderung für die städtische Waldbewirtschaftung dar.«

Wie Kriep, der Leiter des städtischen Forstbetriebes, versichert, habe das Ganze nichts mit Nostalgie zu tun. Es zahle sich auch wirtschaftlich aus. Zwar müsse die Stadt sechs Euro mehr pro Festmeter Holz für den Einsatz bezahlen. Weil aber weniger Fläche für Rückegassen gebraucht wird, könne etwa zehn Prozent mehr Wald nachwachsen. Zudem fielen die Kosten für die Behebung von Bestands- und Bodenschäden aus.

»Natürlich gibt es auch Grenzen für den Pferdeeinsatz«, erklärt Kriep. Sobald die Stämme deutlich über einem Kubikmeter mäßen, reiche eine Pferdestärke nicht aus. Dann werde die Arbeit in einem festgelegten Arbeitsverfahren durch Forstmaschinen ergänzt.

»Wir nutzen sämtliche geeignete Möglichkeiten, um Ökologie und Ökonomie zu vereinbaren«, sagt Kriep. Biotopbäume mit Nisthöhlen würden nicht gefällt, um die Artenvielfalt zu steigern. Totholz verbleibe im Wald, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu sichern. Darüber hinaus seien elf Prozent des Stadtwaldes komplett der Natur überlassen.

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