12. Mai 2009, 23:28 Uhr

Hoffnungsradler hoffen auf Bundespräsident

Im August startet in Gießen die 26. Auflage der "Tour der Hoffnung". Gestern wurde sie präsentiert.
12. Mai 2009, 23:28 Uhr
Organisatoren, Sponsoren prominente Mitradler und Unterstützer aus der heimischen Kommunalpolitik stimmten sich gestern auf die 26. »Tour der Hoffnung« ein und gruppierte sich um einen »Opel Meriva«. Einen solchen Wagen gibt es auch in diesem Jahr bei der Verlosung zu gewinnen. (Foto: Schepp)

Gießen (mö). Eigentlich legen die Veranstalter der »Tour der Hoffnung« viel Wert auf politische Neutralität. Im Falle der Ende Mai anstehenden Wahl des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin machte Tour-Organisator Gerhard Becker gestern bei der Präsentation der 26. Auflage eine Ausnahme. Verständlich, denn der Tour liegt das »feste Versprechen« von Amtsinhaber Horst Köhler vor, im Falle seiner Wiederwahl am 12. August den gut 40 Kilometer langen Prolog von Gießen nach Lich und zurück mitzuradeln. »Der Bundespräsident kommt nicht jeden Tag zur Licher Brauerei oder zur ›Möbelstadt Sommerlad‹«, hofft Becker darauf, dass Köhler weiter im Schloss Bellevue wohnen darf.

Die Botschaft Beckers für die gestern Nachmittag bei Sommerlad versammelten Medien der Region war natürlich, dass die »Tour der Hoffnung« auch nach der Jubiläumsfahrt des Vorjahres für personelle Überraschungen gut ist. Die Teilnahme des Staatsoberhaupts wäre ganz bestimmt eine.

Allerdings waren gestern auch defensive Töne der Tour-Macher zu hören. Die Wirtschaftskrise hinterlasse bei einer Veranstaltung, die auf Sponsoren und Spender aus der freien Wirtschaft angewiesen sei, natürlich Spuren. So verzeichne die am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler beginnende Golf-Turnierserie weniger Stationen als im Vorjahr, berichtete Koordinator Wolfgang Köhler. »Vielleicht werden wir hier und da etwas weniger bekommen, aber wir sind breit aufgestellt«, verwies Becker andererseits auf die vielfältigen Aktionen rund um die eigentliche Spendenfahrt. Dazu gehören einige Vortouren, die besagten Golfturniere (mit Stationen in Lich und Winnerod) oder die erneute Verlosung eines Pkw Opel-Meriva, die etwa 40 000 bis 50 000 Euro in die Spendenkasse der Tour spülen wird. Insgesamt wäre Becker mit einem Erlös zwischen 850 000 und 900 000 Euro zufrieden; nach dem erneuten Rekord von 1,18 Millionen Euro, die 2008 zwischen Gießen und Hamburg erradelt worden waren.

Klar ist: 2009 wird nach längerer Zeit auch wieder einmal sportlich zu einer Herausforderung, denn es geht zwischen dem 13. und 15. August durch Westerwald, Sauerland und Bergisches Land mit Abschluss in Bochum. Alles in allem sind über 320 Kilometer zu absolvieren, wobei die Streckenauswahl auch etwas mit dem 60. Geburtstag von Mannschaftskapitän Klaus-Peter Thaler zu tun hat, in dessen Heimatstadt Gevelsberg ein Spendenstopp eingelegt wird.

Zur gestrigen Pressekonferenz konnte Thaler nicht kommen, dafür waren von den »Promis« Schirmherrin Petra Behle, TV-Koch Mirko Reeh und HR-Sportjournalist Werner Damm anwesend. Behle, seit neuestem auch Botschafterin für Mittelhessen, sagte: »Es ist nach wie vor ein Privileg für mich, dabei und Schirmherrin zu sein.« Prof. Fritz Lampert, Mitbegründer der Tour, berichtete, dass mittlerweile sogar US-amerikanische Medizin-Fachzeitschriften über die »Tour der Hoffnung« berichteten. Und der appellierte an seine Mitstreiter, »das eine Ziel zu verfolgen«, nämlich krebskranken Kindern zu helfen.

Das werden die Männer und Frauen in den grünen Trikots garantiert auch in diesem Jahr. Schon jetzt steht fest, dass die »Forschungsförderung Onkogenetisches Labor der Kinderklink Gießen« neben Marburg wieder zu den begünstigten Einrichtungen gehören wird. Und klar ist auch, dass die Stadt Gießen, deren Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann ein Grußwort sprach, die Spendenverwaltung auch in Zukunft übernehmen wird; ganz egal, wer auf dem Chefsessel im neuen Rathaus zukünftig Platz nehmen wird.



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