24. Februar 2019, 18:17 Uhr

Höhepunkte aus 50 Jahren

24. Februar 2019, 18:17 Uhr

War es der Abschied vom »Schneiderlein«, oder gibt es noch ein Revival? Diese Frage beantworteten die Narren des Lützellindener Carnevalvereins (LCV) in ihrer Prunksitzung »Fast 50 Jahr in Schneider’s Saal – Narrhalla heut zum letzten Mal?« am Samstag leider nicht. Der Verein bot ein »Best of« der letzten fast fünf Jahrzehnte Fassenacht. Seither finden im »tapferen Schneiderlein« die LCV-Sitzungen statt, aber da das Anwesen möglicherweise verkauft werden soll, ist es noch offen, ob weitere folgen können.

»Bekanntmachung«, tönte es, als »Ortsdiener« Bernhard Meister sich seinen Weg zur Bühne des mit 222 Besuchern ausverkauften Saals bahnte. Er verkündete den Einzug des Elferrats, der von Sitzungspräsident Norbert Schnorr angeführt wurde. Auch hier zeigte sich ein Blick zurück, waren doch die Elferratsmitglieder in Kostümen aus vorangegangenen Sitzungen gekleidet.

Den Auftakt machte die »Zumba-Kids«, eine elfköpfige Kindertanzgruppe des TSV 2006 Lützellinden unter der Leitung von Tanja Elaoufi. Frenetisch begrüßt wurde das Gießener Prinzenpaar samt Hofstaat. Ralf Lenz stieg als »Eisebohner« in die Bütt und hielt in Lützellinner Platt eine Rede aus den 60er Jahren, als die Bahn noch pünktlich war und jedermann dort in Lohn und Brot stand, gemäß dem Motto »Lustig is die Eiseboh – lauter Lombe schaffe doh!« Für beste Stimmung sorgte Thomas Eichhorn, der eine Schlagerparade mit Hits aus der jüngsten Vergangenheit im Gepäck hatte. Das zweite Drittel eröffnet die LCV-Garde mit Michelle Köhn, Susanna Hack, Sabrina Hoßbach, Julia Liedtke und Kim Zimmermann mit einem flotten Gardetanz, später folgte ein Showtanz anno 2009.



 

Was wird aus dem »Schneiderlein«?

 

Mit der BluMänGruhp betraten zwei blauköpfige stumme Gestalten die Bühne. Michael Kluge und Bernhard Meister taten sich zunächst schwer, aber dank Unterstützung einer Stimme aus dem »Off« ging es dann so richtig ab im Saal. Mit Ernst Schnorr konnte zudem ein Urgestein der früheren Lützellinner Fassenacht für die Best-of-Sitzung aktiviert werden. Er brachte in unnachahmlicher Art und Weise seine Büttenrede »Männer vo de Wiehr« zu Gehör, die beschreibt, mit welchen Herausforderungen und Hindernissen die Feuerwehr auf dem Dorf früher zu kämpfen hatte. Helmut Braun stieg mit einem Hüttenberger Vortrag in die Bütt. Ein rundes Jubiläum feierte LüliTV, das seit 20 Jahren als LCV-Haussender auf Sendung ist, in der heutigen Besetzung Melanie Hofmann, Michael Kluge und Bernhard Meister schon seit sieben Jahren. Diesmal nahmen sie Dieter Bohlen und seine Talentshow aufs Korn. Begeistert war das Publikum von Kandidat Fritz mit »Thüringer Klöße«, Barack Obama »Hello again«, einem »Pizza wunderbar« singenden venezianischem Gondeliere und Tina Turner, die »Simply the best« röhrte. Zur Musik »Hells Bells« fuhr ein Mofarocker auf die Bühne.

Nach harten Klängen folgten weitere Rocker, die harten Kerle zeigten einen gekonnten Ballett-Tanz zu »Schwanensee«, als Zugabe wirbelte die Gruppe zu »Beinhart wie’n Rocker« über die Bühne. Alexander Auth, Thomas Eichhorn, Adolf Kapplusch, Ralf Lenz, Bernhard Meister, Sebastian Spengler und Timo Zimmermann zeigten eine Neuauflage des Männerballettauftritts von 2007. Als sieben Zwerge zogen die LCV-Garde ein. Den Schlusspunkt setzte die seit 2011 bestehende Gesangsformation »Dreschmaschin’. Helmut Braun bot dann nach dem Finale zur »After-Show-Party«.

Bühne frei für das Männerballett mit »Easy Rider 2007« (links) und »Ortsdiener« Bernhard Meister. (Fotos: bf)

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