12. Juli 2018, 21:40 Uhr

Himmelblau und sommerbunt

12. Juli 2018, 21:40 Uhr
Klaus Hass und Christa Schreier inmitten der bunten Sommerpracht. (Foto: Friedrich)

Gießen (cg). Himmelblau. Wie jetzt? Das Haus ist doch sonnengelb! Wer das erste Mal vor dem Hinterhaus in der Steinstraße steht, ist irritiert über den Schriftzug. Was bedeuten die großen Buchstaben? Die Verwirrung ist beabsichtigt. »Ein kleiner Gag«, sagt Christa Schreier und lacht. Als das Haus vor einigen Jahren neu gestrichen wurde, kam den Besitzern die Fassade so kahl vor – kein Wunder, denn zuvor war sie mit Wein bewachsen gewesen. Ein Blickfang sollte her, die Wahl fiel auf Himmelblau.

So unkonventionell wie die Idee ist das Haus mit seinen Lieblingsplätzen. Gleich der Eingangsbereich lädt zum Bleiben ein. Ein schmales Beet voller bunter Stauden, davor unzählige Töpfe mit einjährigen Blühern. Wie in einem mediterranen Patio. Hier sitzen die Bewohner gerne zusammen, spielen Dopelkopf, trinken Kaffee oder ein Glas Wein, klönen und genießen den Sommer. Hinter dem Haus ist es ebenso schön.

Als Christa Schreier und ihr vor zweieinhalb Jahren verstorbener Mann das Haus 1987 kauften, war hier keine Spur von Idylle. Im früheren Hof der Schlosserei Ziegler hatte niemand Sinn für lauschige Fleckchen. Im Laufe der Jahre wurde hier alles anders, nur die Birke im hinteren Bereich durfte bleiben. Die riesige Thuja wird zwangsläufig geduldet, weil sie auf dem Nachbargrundstück steht. Aus einem vernachlässigten Hinterhof wurde ein wohnlicher Stadtgarten. Der Garten mit der Holzterrasse, den Kiesbeeten, den Pflanzen und liebevollen Details ist ein kleines Paradies mitten in der Stadt. Klar, man hört die nahe gelegene Bahn. Aber das ist reine Gewohnheitssache, sagt Schreier. Früher, als die Steinstraße noch eine Durchgangsstraße war, war es deutlich lauter.

»Man braucht hier kein Auto, in drei Minuten ist man auf dem Markt«, verdeutlicht Klaus Hass die ideale Lage des Hauses. Das Ehepaar Hass bewohnt eine der oberen Wohnungen. Aus Vermieterin und Mietern sind längst Freunde geworden. Komplettiert wird die Hausgemeinschaft von einer weiteren Freundin und von einem jungen Mann, der im Dachgeschoss wohnt. »Das ist für uns alle eine Bereicherung«, sagt Schreier. Jeder kann an seinem Lieblingsplatz Zeit für sich verbringen, und wer Lust auf Geselligkeit hat, hat es auch nicht weit. »Wenn die Tür offen ist, sind Freunde willkommen.« Um die grünen und blühenden Schätze kümmert sich Schreier mit großer Freude, hier und da etwas zu zupfen und zu schneiden empfindet sie als wohltuende Entspannung. »Urlaub reizt mich in dieser Zeit gar nicht so sehr«, sagt die Lehrerin.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Beete
  • Birken
  • Entspannung
  • Gießen
  • Harmonie
  • Hass
  • Mieter
  • Stadtgärten
  • Stauden
  • Wein
  • Wunder
  • Christine Steines
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen