03. Oktober 2019, 17:11 Uhr

Heiteres aus dem Norden

03. Oktober 2019, 17:11 Uhr
CJG
K. Koch

Die Nordfriesen erlebten im letzten Jahr den wohl schönsten Sommer aller Zeiten. Wem sie das zu verdanken haben? Vielleicht der Wetterfee. Vielleicht aber auch Krischan Koch. »Ich schreibe etwas, und schon passiert es«, sagt er. In seinem letzten Krimi »Pannfisch für den Paten« erzählte er nämlich von einem besonders warmen Sommer an der nordfriesischen Küste - und prompt wurde es Wirklichkeit. Da so heiße Sommer aber auf Dauer nicht auszuhalten sind, lässt er es in seinem neuen Buch »Mörder mögen keine Matjes« jetzt regnen.

Und Regen passt eigentlich gut zum Thema. Immerhin findet die Lesung seiner neuen Geschichte im Rahmen des 16. Gießener Krimifestivals statt. Und dazu im abgedunkelten Kellergewölbe des Ulenspiegel. Für eine Krimilesung war die Stimmung im Ulenspiegel allerdings erstaunlich heiter. Denn obwohl in Krischan Kochs neuem Roman ungeheuerliches geschieht, steht hier statt Mord und Totschlag vor allem der Spaß im Vordergrund.

»Mörder mögen keine Matjes« ist Teil der Nordfriesen-Krimi-Reihe »Thies Detlefsen und Nicole Stappenbek«. Thies Detlefsen, Dorfpolizist von Fredenbüll, muss immer wieder fürchten, dass seine kleine Wache geschlossen wird. Immerhin passieren in dem winzigen nordfriesischen Dörfchen nicht allzu viele Verbrechen. Da kann man doch irgendwie von Glück sprechen, dass am Strand von Fredenbüll auf einmal ein mysteriöser Container angespült wird. Darin: eine Menge Elektroschrott, ein Äffchen und - ein waschechter Toter! Alles deutet darauf hin, dass der Container aus Hamburg stammt. Für Thies Detlefsen heißt es nun also: Auf in die Elbmetropole! Im Schlepptau hat er die gesamte Belegschaft der »Hidde Kist«, inklusive Imbisshund Susi. Das verspricht ein turbulentes Abenteuer. Und ein urkomisches noch dazu. Gespickt mit originellen Dialogen, einer Menge charmanter Charaktere und klugem Wortwitz fesselt Krischan Koch nicht nur eingefleischte Krimifans. Bei seiner Lesung im Ulenspiegel zeigte er neben seiner Begabung zum Schreiben aber vor allem noch etwas anderes: sein großartiges Vortragstalent. Koch weiß, wie man eine Geschichte zum Leben erweckt. Er gestikuliert, spricht mal hoch, mal tief, mal im starren Hochdeutsch, mal mit breitem nordfriesischen Akzent. Und das kommt gut an - was er auch tut, die Gießener Krimifans hängen an seinen Lippen und begleiten seinen Aufritt mit Lachen, gelegentlichem entsetzten Aufkeuchen und einer Menge Beifall.

Ob er immer solche Reaktionen bekommt? »Das ist schon unterschiedlich«, sagt Krischan Koch. Eigentlich komme er aber immer gut an - mit etwa 50 Lesungen pro Jahr gehört er zu den beliebtesten Autoren Norddeutschlands.

Dabei ist er noch gar nicht lange hauptberuflicher Schriftsteller. Vor seinen Erfolgen mit den Romanen um Thies Detlefsen und Nicole Stappenbek arbeitete er als Filmkritiker beim NDR. Mittlerweile wohnt er abwechselnd in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er auch seine Krimis schreibt. Und die sind in ganz Deutschland beliebt. Für viele der über hundert Besucher im Ulenspiegel war es auch nicht die erste Krischan-Koch-Lesung. Klar, wer einmal erlebt hat, mit wieviel Charme, Witz und Elan Krischan Koch seine Geschichten präsentiert, kommt gern ein zweites Mal. (Foto: cjg)

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