26. Juni 2018, 21:53 Uhr

Heiße Musik in kühler Halle

26. Juni 2018, 21:53 Uhr
Gregor Hilden mit seinem Trio in den Schlachthofarkaden. (Foto: bf)

Gießen (bf). Einen süffigen Blues-, Funk- und Jazzcocktail servierte das Gregor-Hilden-Organ-Trio am Sonntag in der Kalthalle am Schlachthof. Saxofonist Tommy Schneller wirkte dabei als prägnante Ergänzung. Das Ergebnis der professionellen Veranstaltung war ebenso hochwertig wie erfreulich.

Dabei waren neben Leader und Gitarrist Gregor Hilden drei untadelige Musiker zugegen. Wie üblich spielte er mit Drummer Dirk Brand, und an der Orgel brachte sich Wolfgang Roggenkamp frohgemut ein; Saxofonist Tommy Schneller erwies sich als ideale Ergänzung. Noch dazu brachte er eine prima Gesangsstimme mit, was das Spektrum (Hilden und Roggenkamp sangen ebenfalls) sehr gut abrundete. So konnte sich das Repertoire zwanglos entfalten, und die Spielfreude der Gäste war unübersehbar und ansteckend.

Hilden, ein erfahrener Bühnenmann, hielt sich für einen Gitarristen und Bandleader angenehm zurück, sein Stil sind eher die moderaten Töne. Die erstarben hier im HallenGetümmel allerdings häufig, besonders als er im Showteil ohne Kabel Gitarre spielend durchs Publikum zog. Das machte allerdings wenig, denn die Band wirkt unter anderem durch die Qualität ihrer Einzelspieler.

Allen voran segelte Organist Roggenkamp. Er brachte den feinen bis vollen Klang seiner echten B-3-Hammondorgel mit großem Klangspektrum zur Geltung; gelegentlich wurde er vom eigenen Elan übers Ziel hinausgetragen und überdeckte die anderen. Als absolut verlässliche Basis fungierte Schlagzeuger Brand. Der sorgte nicht nur für perfekte Geschlossenheit, sondern ergänzte das Spiel durch immer neue Varianten und funkelnde Aspekte, sein Einfallsreichtum ist schier unerschöpflich. Das gilt auch für Hilden selbst, der in den Schattierungen des sanften Blues-Spiels reichlich neue Motive und Aspekte findet.

Nicht zuletzt war Saxofonist Tommy Schneller wahrzunehmen. Mit seinem runden, klaren und schönen Ton, selbstverständlich gelegentlich angeraut und fetzig überblasen, erwies er sich als Routinier und sensibler Musiker. Überraschend gut klang auch seine Gesangsstimme. Solche brachten auch Roggenkamp und Hilden ins Spiel, sodass insgesamt eine wohltuende Abwechslung das Konzert prägte. Das Publikum und groovte sanft mit. Der Veranstalter hatte den Nerv getroffen: Es gab anhaltenden Applaus.

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