02. August 2018, 11:00 Uhr

Heiße Jobs

Heiße Jobs und coole Typen: Das sind Gießens heißeste Jobs

Straßen mit dampfendem Asphalt beschichten oder Pizza in einen Ofen mit Feuer schieben – einige Menschen können sich trotz Hitze nicht ins klimatisierte Büro zurückziehen.
02. August 2018, 11:00 Uhr
Den Asphaltierern von Faber und Schnepp heizt nicht nur das Wetter ein, sondern auch der bis zu 180 Grad heiße Bodenbelag. (Foto: edg)

Bei über 35 Grad treiben einem schon die einfachsten Tätigkeiten Schweißperlen auf die Stirn – zum Beispiel am Computer sitzen oder Treppen steigen. Das ist nichts im Vergleich zu den Jobs, die einige Gießener trotz der Hitze erledigen. Sie arbeiten in der prallen Sonne, vor einem Ofen mit offenem Feuer oder mit glühend heißem Asphalt. Wie läuft’s bei Gießens heißesten Jobs?

 

Asphaltierer: »Für uns ist es eine doppelte Belastung«, sagt Bernd Lutz, Asphaltierer bei Faber & Schnepp. »Es ist heiß von oben und von unten«. 180 Grad hat der Asphalt, wenn er und seine Kollegen ihn auf die Straße bringen. Einer fährt die Maschine, der andere bessert mit dem Schieber nach. 60 bis 70 Grad heiß sei es an einem solchen Einsatzort nahe dem frischen Asphalt, schätzen die Arbeiter. Damit das überhaupt möglich ist, tragen sie spezielle Sicherheitsschuhe. »Brandblasen an den Füßen gibt’s manchmal trotzdem«, sagt einer. Bei der aktuellen Hitze müssten sich die Kollegen vor allem bei der anstrengenden Handarbeit öfter mal abwechseln. Erträglicher mache die Hitze ein nasses Handtuch im Nacken, viel Trinken oder Arbeiten ohne Shirt.

 

Bademeister: Der beste Ort für eine Abkühlung ist derzeit das Freibad. Anders sieht das für die Schwimmmeister aus, die bei Tausenden Badegästen in der Ringallee alle Hände voll zu tun haben. Für Plantschen im Wasser oder Herumsitzen im Schatten ist keine Zeit. »Wir springen nur in die Becken, wenn es nötig ist«, sagt Bademeister Uwe Hermann. Zusammen mit Kollege Konstantin Veit muss er drei Becken im Blick behalten, Wasserproben nehmen und bei Gewitter »evakuieren«. Hohe Konzentration, viel trinken und Sonnencreme auftragen ist da das Credo. Ins Wasser geht’s erst nach Dienstschluss, wie Hermann sagt: »Abends duschen wir kalt, das ist die beste Abkühlung nach einem arbeitsreichen Tag.«

 

Pizzabäcker: Bis 400 Grad heiß ist der Holzofen in der Pizza Olive am Kugelberg. Da kann man als Pizzabäcker ins Schwitzen kommen. »Es ist schon sehr heiß«, sagt Praktikant Rami Rahmani als er vor dem Ofen steht, in dem man durch ein Fenster das Feuer lodern sieht. Der mit Buchenholz geheizte Ofen steht mitten im Gastraum, sodass man beim Teig formen, Pizza belegen und backen zuschauen kann. In zwei Minuten ist sie bereits knusprig. »Der Ofen ist gut isoliert«, erklärt Helena Azhari, Tochter der Inhaberin und ebenfalls Pizzabäckerin. »Ansonsten wäre hier eine riesige Hitze.« Rund 40 Grad heiß ist es dennoch direkt vor dem Ofen, schätzt sie. Rahmani stehen die Schweißperlen auf der Stirn, dennoch sagt er: »Ich liebe diese Arbeit.«

 

Gerüstbauer: Hitzefrei gibt es für Gerüstbauer nicht. Sie schleppen auch jenseits der 35 Grad Stangen und klettern über Gerüste an Häuserfassaden – so wie Daniel Rossmann und seine Kollegen von Velten Gerüstbau. »Es ist Gewohnheit wie in jedem anderen Job auch«, sagt er. »Am Anfang des Sommers bekommt man einmal einen Sonnenbrand und danach geht’s.« Beachtlich, denn viele der Arbeiter gehen ohne Shirt und Sonnencreme ans Werk. Mehr Pausen machten die Gerüstbauer trotz Hitze nicht, sagt er. Immerhin startet die Kolonne einigermaßen cool in den Tag und zwar täglich um 6 Uhr – unabhängig vom Wetter.

 

Biergarten-Betreiber: »Wenn es noch so heiß ist – wir sind immer da«, sagt Dietmar Knöß, Chef des Bootshauses an der Lahn und nippt an seinem Kaffee. Bei bis zu 40°C arbeiten in dem Restaurant mit Biergarten neun Menschen gleichzeitig in der Küche. »Die Arbeit der Servicekräfte kann man getrost als Sport bezeichnen«, sagt er. Leichte Arbeitskleidung sei am besten geeignet. Seinen Mitarbeitern spendiere er bei der aktuellen Hitze Wasser und Smoothies. Zudem habe er die Schicht um zwei Stunden gekürzt. Nach der Arbeit werde die Lage an der Lahn auch mal zur Abkühlung genutzt.

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