07. August 2009, 20:42 Uhr

Heinrich-Cloos-Stiftung plant 45 weitere Seniorenwohnungen

Gießen (kw). Die Heinrich-Cloos-Stiftung will ihre Anlage erweitern und einen zweigeteilten Neubau entlang der Grünberger Straße schaffen. Dafür sollen die zwei stark sanierungsbedürtigen Wohnbau-Gebäude mit den Hausnummern 65 bis 77 abgerissen werden.
07. August 2009, 20:42 Uhr
Zwei stark sanierungsbedürftige Wohnhäuser sollen weichen für den Erweiterungsbau der Cloosschen Seniorenwohnanlage entlang der Grünberger Straße, erläutert Lothar Schüler als geschäftsführender Vorstand der Heinrich-Cloos-Stiftung zu Gießen. (Foto: Geck)

Ziemlich genau 25 Jahre alt ist die Seniorenwohnanlage der Heinrich-Cloos-Stiftung zu Gießen an der Ecke Grünberger/Curtmannstraße. Und in dieser Zeit waren die heute 86 Wohnungen stets voll belegt. Die Folge erklärt Lothar Schüler, der ehrenamtlich tätige geschäftsführende Vorstand: »Wir haben enorme Rücklagen geschaffen.« Darum will die Stiftung ihre Anlage erweitern und einen zweigeteilten Neubau entlang der Grünberger Straße schaffen. Dafür sollen die zwei Wohnbau-Gebäude mit den Hausnummern 65 bis 77 abgerissen werden.

Diese Planungen seien noch in einem frühen Stadium, erklärte Schüler gestern bei einem Pressegespräch. Erst tags zuvor seien die Mieter der 20 belegten Einheiten in den Wohnbau-Blocks informiert worden. Die meisten von ihnen hätten verständlicherweise zunächst »nicht begeistert« reagiert. Doch keiner von ihnen werde »rausgeworfen«. Die Wohnbau werde Ersatzwohnungen anbieten und die Umzüge bezahlen. Etwas Ältere erhielten außerdem das Angebot, in das benachbarte Cloossche Anwesen umzuziehen - ohne sich erst auf die Warteliste setzen lassen zu müssen, die derzeit rund 30 Interessenten umfasst.

Die Wohnbau-Gebäude, 1921 gebaut, seien stark sanierungsbedürftig, betonte Schüler: Sie hätten dünne Wände, Gasöfen und veraltete Bäder. Als der fünfköpfige Stiftungsvorstand überlegte, wo er sein Geld anlegt, habe man zunächst an die frei gewordenen US-Siedlungen gedacht. Von Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann sei dann der Vorschlag gekommen, der Wohnbau die direkt angrenzenden Grundstücke abzukaufen. Haumann ist als Sozialdezernent qua Amt stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstandes. Als solcher war einst auch Schüler in das Gremium gekommen. Der frühere Gießener Bürgermeister gehört dem Vorstand nun schon seit über 25 Jahren an.

Miterlebt hat er darum auch die Entstehungsgeschichte der Seniorenwohnanlage. Der Neubau an der Curtmannstraße ist 1983/84 entstanden, die alte Cloossche Villa wurde 1986 bis 1988 komplett saniert und umgebaut. Zu den 86 Plätzen für Menschen ab 60 Jahre sollen nun weitere 45 hinzukommen. In dem zweigeteiltenNeubau entstünden Zwei-Zimmer-Wohnungen mit einer Fläche von je 48 bis 54 Quadratmetern. Weil es sich um öffentlich geförderten Wohnungsbau handelt, dürfen nur Menschen mit beschränktem Einkommen einziehen, erläuterte Schüler. Die Anlage sei barrierefrei, aber: »Wir sind kein Pflegeheim.« Der Bedarf an solchen Wohnanlagen sei groß, vor allem wenn sie nahe an der Innenstadt liegen. Er hoffe, dass die nahe Bushaltestelle direkt vor den Eingang des Neubaus verlegt werden kann; dann werde auch der Unterstand geschaffen, den das benachbarte Autohaus derzeit nicht vor seinem Anwesen haben wolle.

Bis dahin werde es aber noch dauern. Im September oder Oktober 2010 könne der Abriss vielleicht beginnen, schätzt Schüler. Die Bauzeit solle etwa ein Jahr betragen. Über einen so genannten Geschäftsbesorgungsvertrag werde geregelt, dass die Wohnbau sich um die Umzüge der Mieter kümmert. Die Verwaltung der Anlage liegt bei der Gewobau in Wetzlar; dort können sich auch Wohninteressenten melden.

Der Zigarrenunternehmer Heinrich Wilhelm Cloos hatte keine Nachkommen. Als er 1968 starb, hinterließ er seine Grundstücke und etwas Geld der nach ihm benannten gemeinnützigen Stiftung. Ihr Zweck ist »der Bau und die Unterhaltung altengerechter Wohnungen«.



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