25. Oktober 2019, 22:11 Uhr

Hein Heckroths Grabstein

25. Oktober 2019, 22:11 Uhr
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Von Dagmar Klein
Künftig wird eine kleine Erläuterungstafel den einstigen Grabstein als Gedenkstein auf dem Alten Friedhof kennzeichnen.

Es ist schon gut fünf Jahre her, dass Dietgard Wosimsky durch eine Rechercheanfrage darauf aufmerksam wurde, dass das Grab des Oscar-Preisträgers Hein Heckroth auf dem Waldfriedhof in Frankfurt-Oberrad kurz vor dem Abräumdatum war. Die Familie wollte das Nutzungsrecht nicht weiter finanzieren.

Als Vorsitzende der Hein-Heckroth-Gesellschaft fragte Wosimsky bei der Frankfurter Friedhofsverwaltung an, ob es nicht als Ehrengrab weiter bestehen könne. Die Antwort: Das müsse mit Antrag durch das Stadtparlament entschieden werden und würde dauern. So war der kürzere Weg, dass die Vorsitzende der Heckroth-Gesellschaft das Nutzungsrecht zunächst mal vertraglich verlängerte. In der gewonnenen Zeit wurde durch Vermittler versucht, in der Stadt Frankfurt dafür Interesse zu wecken. Doch es wurde abgewunken.

Daraufhin entschied die HHG-Mitgliederversammlung Ende 2015, dass man versuchen wolle, kurz vor Ablauf der Frist im November 2019 den Grabstein nach Gießen zu holen, möglichst auf den Alten Friedhof. Dafür mussten wiederum in den hiesigen Gremien Befürworter gefunden werden.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sah darin eine Chance, das Ansehen Heckroths weiter zu heben, schließlich wird von der Heckroth-Gesellschaft der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis und der dazugehörige Förderpreis, dotiert vom Land Hessen und der Stadt, zweijährlich in Gießen vergeben.

Gemeinsam mit Vertretern des Freundeskreis Alter Friedhof und des städtischen Denkmalschutzes wurde ein geeigneter Aufstellungsort gesucht. Er befindet sich auf der großen Wiese etwa in der Mitte des Wegs entlang der Westmauer. Der beauftragte Steinmetz Ehrhardt holte den Heckroth-Grabstein im September nach Gießen und reinigte ihn zunächst. In Gießen erhielt der Stein eine Sockelplatte. An seinem alten Standort war der mächtige Quader soweit in das Erdreich eingesunken, dass die untere Zahlenreihe nicht lesbar war. Künftig wird eine kleine Erläuterungstafel den einstigen Grabstein als Gedenkstein in Gießen kennzeichnen.

Weiterhin bemerkenswert ist, dass der Grabstein von dem bekannten Bildhauer Hans Steinbrenner gefertigt wurde, der mit Heckroth befreundet war, berichtet Wosimsky, die bis vor wenigen Jahren eine Kunstgalerie in Gießen hatte. Von Hans Steinbrenner wiederum gibt es auf dem Kunstweg am Uni-Philosophikum eine lebensgroße Skulptur. Somit hat Gießen jetzt zwei Steinbrenner-Werke. (Foto: dkl)



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