01. März 2019, 22:17 Uhr

Hein-Heckroth-Preis für Katrin Brack

01. März 2019, 22:17 Uhr
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Aus der Redaktion
Katrin Brack

Der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis 2019 geht an eine Frau: Die international erfolgreiche Bühnen- und Kostümbildnerin Prof. Katrin Brack aus Wien hat mit ihren minimalistischen, kraftvollen Arbeiten überzeugt. Der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis wird alle zwei Jahre vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Hein-Heckroth-Gesellschaft Gießen und der Stadt Gießen verliehen. Er ist mit 10 000 Euro dotier und erinnert an den aus Gießen stammenden Maler, Bühnenbildner und Oscar-Preisträger Hein Heckroth (1901–1970). »Um der Kunst der Bühnenbildnerei noch mehr Wertschätzung entgegenzubringen, haben wir in diesem Jahr die Preisgelder für beide Auszeichnungen verdoppelt«, ergänzt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.

»Immer mehr Frauen leisten Großartiges für die Bühnenbildnerei. Deswegen freut es mich, dass die diesjährige Entscheidung zum zweiten Mal in der Geschichte des Preises auf eine Vertreterin ihrer Zunft gefallen ist«, lobt die Kunst- und Kulturministerin. Bracks Arbeiten sind reduziert, thematisieren das Abwesende und sind gerade darin von größter Sinnlichkeit und Atmosphäre. In ihrer Arbeit wird der Raum zum Akteur, die Bühne zum Kunstwerk. Bekanntheit in der Theaterwelt erlangte die Preisträgerin mit Räumen, in denen beispielsweise permanent Konfetti rieselt oder Nebel über die Bühne kriecht, Räume, in denen über Stunden Schneetreiben oder Dauerregen herrscht.

Katrin Brack, geboren 1958 in Hamburg, studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf. Danach wurde sie Bühnenbildassistentin am Schauspielhaus Bochum. Seither entwarf sie Bühnenräume an den Münchner Kammerspielen, der Schaubühne und Volksbühne Berlin, dem Hamburger Thalia Theater und dem Wiener Burgtheater. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust und dem Goldenen Löwen auf der Theaterbiennale in Venedig. Seit 2009 ist sie Professorin für Bühnenbild und Kostüm an der Akademie der Bildenden Künste München. Auch Brack selbst durfte einen Preisträger vorschlagen – für den Hein-Heckroth-Förderpreis 2019, den die Stadt Gießen stiftet. Sie entschied sich für den Bühnenbildner Manuel Gerst. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen bei Heiner Goebbels und Bühnenbild in München bei Katrin Brack und ist Gründungsmitglied der Theatergruppe Monster Truck, die an der Schnittstelle zwischen Performance und bildender Kunst arbeitet.

Verleihung am 7. April

Die beiden Auszeichnungen werden in einem Festakt am Sonntag, 7. April, um 11 Uhr im Stadttheater überreicht. Ministerpräsident Volker Bouffier wird den Hauptpreis an Brack übergeben. (Foto: pm)



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