Stadt Gießen

Harter Brexit betrifft auch Schulen

Dass ein harter Brexit auch auf Schulen in Hessen Auswirkungen hat, erklärte die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) dem Kollegium bei ihrem Besuch an der Theodor-Litt-Schule (TLS) am Dienstag. Die Europaschule hat fünf europäische Partnerstandorte, darunter auch Schottland. Zwar würde ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Abkommen solche Partnerschaften nicht verhindern, jedoch könnte die Organisation sicher erschwert werden, sagte Ministerin Puttrich.
13. März 2019, 22:12 Uhr
LWG
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Ministerin Lucia Puttrich im Gespräch mit Schüler Michel Antoni (l.) und Schulleiter Michael Brumhardt (r.). (Foto: Schepp)

Dass ein harter Brexit auch auf Schulen in Hessen Auswirkungen hat, erklärte die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) dem Kollegium bei ihrem Besuch an der Theodor-Litt-Schule (TLS) am Dienstag. Die Europaschule hat fünf europäische Partnerstandorte, darunter auch Schottland. Zwar würde ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Abkommen solche Partnerschaften nicht verhindern, jedoch könnte die Organisation sicher erschwert werden, sagte Ministerin Puttrich.

Als Projekt des Kultusministeriums setzen sich Europaschulen dafür ein, Schülern den europäischen Gedanken greifbar zu machen. An der TLS geschieht dies über die Teilnahme an internationalen Wettbewerben, insgesamt 16 Projekte allein in diesem Jahr, Inklusion in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe oder den Austausch zu Partnerinstitutionen. Obwohl das Fachwissen an der Berufsschule Priorität hat, ist die Vermittlung von sozialen Kompetenzen »fast wichtiger«, sagte Schulleiter Michael Brumhard.

Relevanz von Europa nicht bewusst

Auch Schüler Michel Antoni nahm an dem Gespräch teil und schilderte Situationen aus dem Schulalltag und was Europa für ihn und seine Mitschüler mit an die 50 Nationalitäten bedeute. Den meisten sei heute die Relevanz von Europa »nicht bewusst«. Durch Digitalisierung schwinden Grenzen, die man in seinem Alter kaum wahrgenommen habe. Er möchte seine Stimme in der Europawahl Ende Mai nutzen, um »das, was mir wichtig ist, zu fördern«.

Zentrales Gesprächsthema war auch das EU-Förderprogramm Erasmus+. Trotz des Brexits würde sich der Aufenthaltsstatus von Personen, die bereits in Großbritannien studieren, nicht ändern. Die EU-Kommission versicherte bereits eine Weiterfinanzierung in ihrem Haushaltsplan für 2019. Der stellvertretende Schulleiter Richard Spanke machte auch auf den beachtlichen Verwaltungsakt von Projekten im Rahmen von Erasmus+ aufmerksam. Für Lehrer seien »bis zu 60 Seiten lange Anträge« bereits jetzt nichts Ungewöhnliches, aber während des normalen Schulalltags eine zunehmende Belastung.

Neben dem Besuch an der Schule reiste die Ministerin auch nach Nordhessen an die School of Medicine in Kassel oder ins Regierungspräsidium Darmstadt, um über den Brexit aufzuklären. Die Hessische Landesregierung werbe darum, bestehende Beziehungen aufrecht zu erhalten und wolle die betroffenen Schulen mit Ministerschreiben über Änderungen und Alternativen informieren. Schulen sollten bei anstehenden Projekten ihre Partner in Großbritannien auf keinen Fall außen vor lassen, rät die Hessische Europaministerin. Zu ihren Aufgaben zählt Puttrich »die Vertretung der Interessen Hessens in Berlin und Brüssel«. Als gebürtige Niddaerin setze sie sich außerdem für »die Förderung der Lebensqualität im ländlichen Raum ein«.

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