11. September 2016, 21:33 Uhr

Hardthoffest bereichert das kulturelle Angebot der Stadt

Gießen (gl). Der Verein Unterer Hardthof hat sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieben. Was also liegt näher, als das alle zwei Jahre stattfindende Hardthoffest passenderweise auf das Wochenende zu legen, an dem bundesweit der »Tag des offenen Denkmals« gefeiert wird.
11. September 2016, 21:33 Uhr

Und so konnten die Besucher am vergangenen Samstag und Sonntag wieder jede Menge Kunst aus der Region im idyllischen Ambiente des Hardthofs mit seinen malerischen Innenhöfen und den ehemaligen Brauereikellern genießen. Kunst- und Musikpräsentationen luden zum Staunen ein. An rund 20 Stationen wurde der Hardthof in der achten Auflage wieder zum »Arthof«. »Tiere in der Großstadt« lautete der Titel eines Theaters von Kindern für Kinder, mit dem das Fest eröffnet wurde. Der ebenfalls von Claudia Jirka geleitete Chor »Avanti Dilettanti« erinnerte mit einem Wanderkonzert an Lieder aus der Kindheit, Kontrabassist Georg Wolf und Saxofonist Martin Speicher improvisierten, Lena Wicke-Aengenheyster aus Wien setzte ihre Opernstimme für Pop und Jazz ein und am Abend sorgten Groove Ballett und Captain Overdrive für ein Musikprogramm zwischen elegischen Klängen und sattem Groove.

Zahlreiche Performances prägten das Angebot. So erinnerte der Klangkünstler Werner Cee mit seiner Klang- und Lichtinszenierung »1816 - das Jahr ohne Sommer« an ein Klima zwischen Idylle und Inferno. »Quer durch den Garten direkt auf den Tisch« lautete der Titel einer Videoinstallation von Anja Mohr im Spannungsfeld zwischen ökologischem Landbau und unseren Ernährungsgewohnheiten. Angela Harter und Fabian Passarelli, die sich am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften kennengelernt haben, zeigten ihre Installation »Galaktikon – Rotten in Deutschland«. Paul Wiersbinski lud nach Einbruch der Dunkelhiet dazu ein, als Hybrid zwischen Mensch und Skulptur, voll ausgestattet mit mobilen Videoprojektionen, eine neue Bildebene zu entdecken.

Zeichnungen und Aquarelle von Daniel Horvat, Gipsmodelle von Dieter Hoffmeister, eine Bildserie aus Metallplatten von Maggie Thieme, kleine Objekte aus Wachs von Katja Schöwel – überall gab es für die Besucher etwas zu entdecken. Und auch der Tanz fand Eingang ins Programm, denn Malatsion und Keiko Schmidt aus Frankfurt setzten sich in ihrer Installation und Tanzperformance mit den politischen Folgen von Flucht und Schutz auseinander – in einem labyrinthartigen Raum erkundeten sie Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten.

Im Kellergewölbe des Hardthofs – mit seiner gruselig-feuchten Atmosphäre ohnehin ein besonderer Ort – hatte Vanessa Wagner eine Skulptur aus blauem Textil und Füllstoffen geschaffen und mit einer Videoproduktion Skurriles und Humor in ihre Kunst gebracht. Auch Norbert Grimms Performance mit Modell-Lkw, in der es um Beschleunigung, Entschleunigung und Stillstand ging, war zu sehen.

Ausstellungen und Installationen waren durchgehend bis in den Abend präsent. Am Sonntag folgte dann eine Jazz-Matinee von Gießener Jazzmusikern unter dem Titel Inside/Outside mit Gast Hans Kreuzinger sowie eine Prosalesung von Rutger Emm. Mit Führungen und Begehungen klang das Fest am Sonntagnachmittag aus.



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