24. März 2010, 20:34 Uhr

Grundstücksmarkt legt im Krisenjahr deutlich zu

Gießen (pm). Der Gießener Grundstücksmarkt hat im Krisenjahr 2009 stark zugelegt. Nach Angaben von Horst-Friedhelm Skib, dem Vorsitzenden des Gießener Gutachterausschusses für Grundstückswerte und sonstige Wertermittlungen, ist der Hauptgrund die bevorstehende Fertigstellung und Vermarktung einiger größerer innerstädtischer Wohnanlagen, die zudem im gehobenen Segment anzusiedeln sind.
24. März 2010, 20:34 Uhr
Hochwertige neue Wohnanlagen wie in der Braugasse belebten 2009 den Gießener Grundstücksmarkt. (Foto: Schepp)

Insgesamt wurden laut Skib 2009 rund 163 Millionen Euro umgesetzt. Das sind 43 Prozent mehr als der Umsatz in 2008 mit 114 Millionen. Berücksichtige man, dass auf wenige große Transaktionen bereits ein Volumen von rund 50 Millionen entfalle, habe sich der Umsatz für das »normale« Immobiliengeschäft allerdings kaum geändert, schreibt Skib. Die Anzahl der Verträge habe allerdings wieder um elf Prozent auf 736 Fälle zugenommen. Insbesondere gebrauchte Häuser ( plus 21 Prozent oder 215 Verträge) und neue Eigentumswohnungen (plus 44 Prozent oder 111Verträge) scheinen im Trend zu liegen. Die Entwicklung bei den Eigentumswohnungen überrascht allerdings nicht, da besagte größere Anlagen (z. B. Braugasse, Dammstraße oder Südanlage) der Fertigstellung näher kommen. Auch die relativ geringe Steigerung der Fallzahlen (plus sechs Prozent oder 164 Verträge) bei den unbebauten Grundstücken sei zu erwarten gewesen, da die Grundstücke im Neubaugebiet Schlangenzahl nahezu vollständig verkauft seien. Zukünftig dürften sich die Geschäfte dieses Teilmarktes vorwiegend wieder im Bereich der Marburger Straße West abspielen.

Die Durchschnittspreise hätten sich uneinheitlich verändert. Baugrundstücke (184 Euro pro Quadratmeter), neue Eigentumswohnungen (2220 Euro pro Quadratmeter) und gebrauchte Eigentumswohnungen (1117 pro Quadratmeter) seien im Preis so gut wie unverändert geblieben. Gebrauchte freistehende Einfamilienhäuser seien dagegen um zehn Prozent teurer geworden und hätten im Durchschnitt 256 000 Euro gekostet. Sie seien im Durchschnitt mit 168 Quadratmeter Wohnfläche und 870 Quadratmeter Grundstücksfläche aber auch etwa zehn Prozent größer als der Durchschnitt in 2008 gewesen. Um 19 Prozent gefallen seien die Preise für unbebaute Gewerbeflächen. Diese hätten in 2009 durchschnittlich bei 52 Euro pro Quadratmeter gelegen. Um zehn Prozent auf 1,70 Euro pro Quadratmeter nachgegeben hätten auch die Preise für landwirtschaftliche Flächen. In der Gemarkung Wieseck sei erstmals nachzuweisen, dass Grünland deutlich unter dem Wert von Ackerflächen gehandelt worden sei. Detaillierte Ergebnisse gibt’s im Marktbericht 2010, der im Mai oder Juni veröffentlicht wird.



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