11. Dezember 2013, 19:58 Uhr

Großkino am Berliner Platz eröffnet

Gießen (fd). Der Duft von frischem Popcorn hing am Mittwoch bereits über der Ostanlage. Am Nachmittag gingen die Türen auf am neuen Großkino am Berliner Platz.
11. Dezember 2013, 19:58 Uhr
Der Eingang wirkt fast unscheinbar. Richtig spannend wird es erst im Hinterhaus. (Fotos: Schepp)

Nicht nur für die am Bau beteiligten Personen und Pressevertreter, sondern auch schon für zahlreiche Gäste, die gekommen waren, um sich Tickets zu sichern. Ab Donnerstag wird das Lichtspielhaus – fast – voll bespielt.

»Ich gebe zu: Es war knapp. Aber nun sind wir auf den Punkt fertig geworden«, sagte Gregory Theile als Geschäftsführer von Kinopolis. Das stimmt zwar nur bedingt, hätte das Großkino doch schon im Herbst vor drei Jahren eröffnet werden sollen. Damals mussten die Pläne, das Gebäude tief ins feuchte Erdreich zu setzen, noch einmal umgeworfen werden. Und trotzdem schien es nun bis zur Eröffnung noch einmal ein heißer Ritt gewesen zu sein. »In der letzten Nacht ging es ungefähr bis zwei oder drei Uhr«, erklärte Theile. Und Betriebsleiter Enrico Sinner merkte an: »In den Büros sieht es noch immer ziemlich wild aus.« Auch vor drei Wochen, als Pressevertretern erstmals die Möglichkeit gegeben wurde, das Haus von innen zu sehen, erinnerte vieles mehr an einen Rohbau als an ein fertiges Großkino.

+++ Mehr Fotos von der Eröffnung in der Bildergalerie

Den Gästen dürfte das egal sein. Nur in einigen versteckten Bereichen wurde kurz vor der Eröffnung noch gewerkelt. Nach den ersten Vorstellungen am Mittwochabend wird das Lichtspielhaus ab Donnerstag nun fast – in einem der neun Kinosäle laufen noch die letzten Arbeiten – voll bespielt. Neben anderen sind »Fack ju Göhte« und »Die Tribute von Panem« zu sehen. Mit »Smaugs Einöde« aber vor allem der zweite Teil des »Hobbit« in gleich mehreren Sälen. »Dieser Film bietet alles, womit wir glänzen können«, erklärte Gregory Theile, warum die Eröffnung pünktlich zum Erscheinungstermin ins Auge gefasst wurde. Während 3D inzwischen ja fast schon zum guten Ton gehört, zeigt Kinopolis »Smaugs Einöde« auch mit Dolby Atmos. Im mit rund 500 Plätzen größten Saal des Hauses zeigten die Verantwortlichen gestern, was das Soundsystem aus 74 Lautsprechern – einige davon auch in der Decke – zu leisten vermag. Kurz: Es ist beeindruckend. Die Sitze scheinen zu vibrieren. Die Gäste – in jedem Saal gibt es auch Plätze für Rollstuhlfahrer – spüren die Töne bis unter die Bauchdecke.

Große Reden wurden zur Eröffnung am Mittwochnachmittag übrigens nicht geschwungen. Zum Auftakt hatten die Verantwortlichen 60 Kinder geladen, die sich – als erste im neuen Haus – die »Eiskönigin« ansehen durften. Weil das neue Großkino für gut befunden wurde, übergaben sie im Anschluss auch den Schlüssel an Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Für die Technische Hochschule Mittelhessen war Vizepräsident Prof. Axel Schumann gekommen, dessen Studenten in einer hessenweit einzigartigen Kooperation nicht nur Seminare im Vorderhaus abhalten werden, sondern zwischen 7.30 und 13.30 Uhr auch drei Kinosäle mit jeweils 110 Plätzen für Vorlesungen nutzen können. Eigens dafür konzipiert wurde ein Sesseltyp mit Steckdose für Laptops und ausklappbarem Tisch für Notizen. »Eines der größeren Probleme war auch die Beleuchtung. In einem Kino muss es in erster Linie dunkel sein. Das ist bei Vorlesungen anders. Wir haben sogar über Fenster in den Kinosälen diskutiert«, sagt Geschäftsführer Theile, zeigte sich aber froh, dass es letztlich auch ohne ging. Die Vorlesungen im Großkino sollen im Sommersemester beginnen.

Cathérine Miville, Intendantin des Stadttheaters, ließ zur Eröffnung ein wenig auf sich warten – was recht gut zum Umstand passte, dass auch die neue Studiobühne des Stadttheaters, die unterirdisch im Gebäude untergebracht werden soll, erst mit einiger Verspätung eröffnet werden wird. Eigentlich hätte der Umzug aus dem TiL bereits erfolgen sollen. Nun dauert es wohl noch bis zum Frühsommer.

Auf den Kinobetrieb soll die Verzögerung keine Auswirkungen haben. Dort geht es am Donnerstag richtig los. Das letzte Kapitel der unendlichen Geschichte am Berliner Platz scheint geschrieben.

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