19. November 2018, 22:03 Uhr

Großes ökologisches Bewusstsein

19. November 2018, 22:03 Uhr
LWG
LLG-Schüler (v.l.) Elias Bennour, Stergios Svolos und Leo Bornbaum forschen an der Nutzbarkeit der Abwärme von Wasserkochern. Sie werden von Sparkassenvorstand Ilona Roth (l.) und Peter Wolf (r.), wie alle anderen Schüler auch, geehrt. (Foto: lwg)

Die 54 Schüler wollen gerne in die großen Fußstapfen von Röntgen oder Liebig treten. In der Hermann-Hoffmann-Akademie wurden bei einem Wissenschaftsfestival am Freitagabend die Ergebnisse eigenständig erarbeiteter Forschungen im Rahmen des Kooperationsprojekts »Gießener Jugendliche forschen« der Akademie und des Instituts für Biologiedidaktik vorgestellt. Sie forschten etwa nach dem Kraftstoff der Zukunft oder nach Maßnahmen gegen den gefräßigen Borkenkäfer.

In zwei Ausstellungsräumen tummelten sich die rund 150 Gäste zwischen den Versuchsaufbauständen der 20 Schülergruppen und lauschten gespannt deren Erklärungen. Welche Auswirkungen Make-Up auf die Haut hat, wie gut Koffein oder Haushaltsabfälle als Dünger dienen oder ob eine Drohne mit Holzgehäuse abheben kann, untersuchten Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 von sieben hessischen Schulen. Aus Gießen waren die Liebigschule, das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, die Gesamtschule Gießen-Ost und die Ricarda-Huch-Schule beteiligt.

»Nach den Gießener Nobelpreisträgern wird das von euch jetzt noch mal getoppt«, begrüßte Hans-Peter Ziemek, Professor für Biologiedidaktik und Projektleiter, die jungen Forscher im Foyer der Akademie zur abschließenden Ehrung jedes Einzelnen. Das Besondere an »Gießener Jugendliche forschen« sei, dass es jedem die Möglichkeit gebe, eigene Forschungsideen zu realisieren – unabhängig von Noten oder Leistungsspektren. Hierbei stehe keine Platzierung in einem Wettbewerb im Vordergrund, sondern der Spaß an Naturwissenschaften. Der Forschergeist wurde bei einigen auf jeden Fall geweckt: Die Schüler der Theo-Koch-Schule Grünberg möchten beispielsweise auch über den Projektzeitraum hinaus das Biotop des Lehnheimer Wäldchens beobachten.

Biologiedidaktikerin Kirsten Greiten hob das allgemein »bemerkenswerte ökologische Bewusstsein der Jugendlichen« hervor. Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz bat die Schüler deshalb auch weiterhin neugierig zu bleiben und Fragen zu stellen. »Ihr habt einen langen Atem bewiesen, selbst wenn nicht immer alles gleich klappte«, ehrte sie die Arbeit außerhalb des regulären Unterrichts. Auch die beiden Vorstandsvorsitzenden des Hauptsponsors, der Sparkasse Gießen, Ilona Roth und Peter Wolf, freuten sich über die anhaltend gute Resonanz des Projekts seit Beginn vor vier Jahren. Durch die Vernetzung von Universität und Schule hätten die Justus-Liebig-Universität und die Technische Hochschule Mittelhessen demnächst vielleicht manchen Student mit »exzellent erarbeiteten Berichten inklusive Fehleranalyse« und »hervorragenden Graphen« mehr. Wie Projektinitiator Julian Roth-Brennecke erklärte, hätten 16 Mentoren im Rahmen zweier Seminare der Biologiedidaktik die Schülergruppen seit den Osterferien über ein halbes Jahr betreut. Die Mentoren halfen bei der Formulierung von Thesen, den Versuchsabläufen und der Interpretation der Ergebnisse.



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