16. Oktober 2019, 11:00 Uhr

Hohe Investitionen geplant

Große Pläne für Gießener Brauhaus-Areal

Bis zu 2000 Arbeitsplätze will die Braumaxx GmbH auf dem Brauhaus-Areal schaffen. Vor allem Dienstleister sollen nach dem Willen der Eigentümer dort angesiedelt werden.
16. Oktober 2019, 11:00 Uhr
Die Projektskizze der Braumaxx GmbH zeigt das Brauhaus-Areal aus Richtung Westen. Vorne die Marburger Straße mit der Kreuzung Hangelsteinstraße (l.), am rechten oberen Bildrand ist die Einfahrt Teichweg zu sehen, die Straße in der Mitte, die ins Gebiet führt, wäre die neue Haupterschließungsstraße. (Abbildung: Braumaxx GmbH)

Die Darstellung erinnert ein bisschen an die Bürostadt Frankfurt-Niederrad. Moderne Bürogebäude reihen sich aneinander, an einer Zufahrt ragt ein Gebäude in die Höhe. Schauplatz der Projektskizze ist aber das Brauhaus-Areal an der oberen Marburger Straße und nicht das Rhein-Main-Gebiet. »Wir haben diese Skizze erstellt, um eine Grundlage für die Untersuchung der Verkehrsströme zu erhalten«, erklärt Projektentwickler Jochen Ahl am Dienstag in den Räumen der Imaxx Projektentwickungsgesellschaft in der Plockstraße. Im vergangenen Jahr hatte Ahl mit einem Partner die Gesellschaft Braumaxx gegründet und große Teile des Brauhaus-Geländes erworben. Nach einem Jahr gibt der Eigentümer einen »Zwischenstand« der Planungen, die die Braumaxx für das verlassene Areal mit dem markanten Turm hat. Anlass war ein Treffen, zu dem Ahl die gewerbetreibenden Nachbarn eingeladen hatte, um über die Zukunft des Geländes zu informieren. Die Stimmung der Anlieger sei »neutral bis positiv« gewesen, fasst Ahl das Treffen zusammen.

Die Braumaxx hat große Pläne für die Fläche am nördlichen Stadteingang. Zwischen 1500 und 2000 Arbeitsplätzen könnten dort angesiedelt werden, »hauptsächlich in Büros«, erläutert Ahl. Konkretes Interesse hätten mehrere Versicherungsunternehmen bekundet. Zudem habe er zwei bis drei Ankermieter aus dem Rhein-Main-Gebiet an der Hand, die zunehmend Probleme hätten, im Ballungsraum Fachkräfte zu finden, die sich das teure Leben dort leisten könnten. »Da stehen wir in Mittelhessen mit dem Arbeitskräftepotential, das die Hochschulen bieten, sehr gut da«, meint Ahl.

»Wunsch« der Braumaxx sei es, auch ein kleinen Teil der fünf bis sechs Hektar großen Fläche als »Mischgebiet« mit einer Wohnnutzung zu entwickeln. »Es macht doch Sinn, Arbeitsplätze und Wohnen zusammenzubringen. Die Entwicklung im früheren US-Depot ist unser Vorbild«, sagt Ahl und zählt weitere mögliche Nutzungen auf: »Pflege, Hotel, Gastronomie, Boardinghaus und untergeordnet ein bisschen Einzelhandel«.

Die nächsten Schritte sollen eine Verkehrsuntersuchung und ein Gestaltungswettbewerb sein. Was die verkehrliche Erschließung betrifft, sollen eine Kreisellösung für die Kreuzung Marburger Straße/Hangelsteinstraße mit Zufahrt ins Gelände bzw. eine Zufahrt von der Marburger Straße untersucht werden.

Das Thema Verkehr führt zu einem der Probleme, die Braumaxx mit dem Areal hat. Bekanntlich gehört der vordere Teil mit der Hauptzufahrt der Familie Denninghoff, die bislang keine Anstalten macht, sich von dem Grundstück zu trennen. »Wir haben hier zwar ein Wegerecht, aber es ist eng dort«, räumt Ahl ein. In die Projektskizze einbezogen hat er neben dem Dennighoff-Grundstück weitere Flächen, die einem Nachbarunternehmen und der Stadt gehören.

Deren Planungsdezernent Peter Neidel begrüßt die Neuordnung im Grundsatz, schränkt aber ein: »Eine Wohnnutzung sehen wir sehr kritisch.« Denn die könnte den Betrieb der bestehenden Gewerbebetriebe einschränken oder gefährden. Zudem stünden kaum noch Gewerbeflächen zur Verfügung - erst recht nach dem Planungsstopp in Lützellinden. »Wir haben ein Interesse, dass am nördlichen Stadteingang eine intensive und optisch attraktive Nutzung erfolgt, gerne auch mit Büros und mehrgeschossig«, erklärt der Bürgermeister. Zugleich bestätigt er die Beauftragung einer Verkehrsuntersuchung und von Testplanungen für das Gelände.

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