16. September 2013, 20:48 Uhr

»Grenzt an ein Wunder, dass das Herz unverletzt blieb«

Gießen (sha). »Es grenzt an ein Wunder, dass das Herz und die großen Blutgefäße unverletzt geblieben sind«, sagte ein medizinischer Sachverständiger am Montag vor der Siebten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichts.
16. September 2013, 20:48 Uhr
(Foto: dpa)

Ein 41-Jähriger aus Köln war am 3. Januar dieses Jahres von einem 45 Jahre alten Gießener an einer Tankstelle in der Marburger Straße nach einem Wortgefecht mit einer Pistole in die Brust geschossen worden (). Ein Urteil in diesem Verfahren wird für den 4. Oktober erwartet.

Das Projektil sei in den Brustkorb eingedrungen, habe den rechten Lungenlappen durchbohrt und sei schließlich im linken Lungenlappen des Opfers steckengeblieben, berichtete der Mediziner. Der Kölner, der unmittelbar nach der Attacke noch mit seinem Auto weitergefahren sei, bevor ihn Anwohner in Wieseck aufgegriffen und den Notarzt verständigt hatten, habe »großes Glück« gehabt, dass die Hauptschlagader nicht getroffen worden sei. Auf Nachfrage von Staatsanwalt Thomas Hauburger erläuterte der Arzt, dass sich aufgrund der Schussverletzung Luft in der Brusthöhle des Opfers angesammelt habe. So eine Verletzung könne auch zum Tode führen, sagte der Sachverständige. . Der Vater der jungen Frau hatte ausgesagt, dass seine Tochter ihm erzählt habe, sie sei von dem Kölner geschlagen worden. Außerdem habe er sich durch den 41-Jährigen bedroht gefühlt, hatte der Angeklagte geschildert. Vor Gericht hatte er von einem telefonischen Kontakt mit dem Mann berichtet. Darin habe dieser geplant, ihn und seine Kinder umzubringen sowie sein Haus anzuzünden.

Tat von Spaziergänger beobachtet

Am Montag gab ein Polizist an, dass ein Tatzeuge gesehen habe, wie der 45-Jährige auf den anderen Mann geschossen hatte. Der Passant habe seinen Hund spazieren geführt. Dabei habe er beobachtet, wie der Gießener einen Arm in Richtung des Opfers gehoben und es anschließend einen Knall gegeben habe. Andere Polizisten berichteten, dass sich die Tochter des Angeklagten und der Kölner in einem Online-Forum für Borderliner kennengelernt hätten. Die Beziehung habe – laut Opfer – drei Jahre gedauert. Der Angeklagte und dessen Ehefrau hatten angegeben, nichts von dieser Beziehung gewusst zu haben, bis sich ihre Tochter ihnen am Tag vor der Tat anvertraut hatte. Der Grund: Der Kölner habe sie nach dem Ende der Beziehung mit E-mails »bombardiert«.

Die Frau des Angeklagten hatte gegenüber der Polizei geäußert, »panische Angst« gehabt zu haben, weil ihr Mann gesagt habe, der Kölner sei mit einer Waffe nach Gießen unterwegs. Der Prozess wird fortgesetzt.

Verfahren wegen Schuss an Tankstelle fortgesetzt 40-Jähriger durch Schuss lebensgefährlich verletzt

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