19. August 2018, 22:00 Uhr

Graffitis für mehr Fahrradständer

19. August 2018, 22:00 Uhr
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Von Eva Diehl
Mit Schablonen und Sprühkreide gehen die Aktivisten ans Werk. (Foto: pm)

Gießen (edg). In leuchtendem blau und gelb ist an einigen Orten in Gießen ein Fahrrad auf den Asphalt gesprüht mit dem Text »#mehr bügel«. Urheber der Graffitis ist Greenpeace Gießen. Die Gruppe will damit auf fehlende oder unzureichende Fahrradständer hinweisen. Ihre Botschaft haben sie am Oswaldsgarten, dem Neustätter Tor sowie um die Supermärkte in der Marburger Straße platziert. Die Aktion mit abwaschbarer Sprühkreide ist jedoch noch nicht abgeschlossen; weitere Graffitis sollen folgen.

»Mobilität ist in Gießen ein großes Thema und einer unserer Schwerpunkte«, sagt Conny Feistauer, Mitglied von Greenpeace Gießen und Teilnehmerin an der Aktion. Explizit geht es bei der Kampagne um Fahrradständer an öffentlichen Plätzen. »Die Stadt Gießen möchte laut ihres Klimaschutzplans die Abstellmöglichkeiten für Räder erweitern oder vorhandene verbessern«, schreibt die Gruppe auf ihrer Website. Dafür seien nun Stellen markiert worden. Mit der Stadt Gießen hat die Gruppe nach eigenen Angaben noch keinen Kontakt aufgenommen. Das sei aber geplant, sagt Feistauer. Fahrradständer fehlten allerdings auch im privaten Raum etwa bei Arzthäusern oder Supermärkten.

Kritik auch an Bauweise

Die Gruppe hatte bei Facebook dazu aufgerufen, Orte zu melden, an denen Gießener Schwierigkeiten haben, ihr Zweirad abzustellen, oder an denen ungeeignete Radständer stehen. »Wir möchten erst einmal Ideen sammeln und dann weitere Stellen markieren«, sagt die 52-Jährige. Dazu sei die Gruppe auch im Gespräch mit dem Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Gießen.

Greenpeace kritisiert nicht nur fehlende Abstellmöglichkeiten, sondern auch die Bauweise von vorhandenen Fahrradständern. »Es macht keinen Sinn, nur das Vorderrad einzuklemmen und anzuschließen«, sagt Feistauer. Das Rad könne so leicht geklaut werden. »Zudem schädigen solche Ständer die Felgen«, sagt sie. Anstelle dieser sogenannten Felgenklemmer fordere Greenpeace hüfthohe Bügel, an denen das Rad angelehnt und am Rahmen sowie dem Rad angeschlossen werden könne.

Rund zehn Graffitis haben die Aktivisten Ende Juli in Gießen mit selbst gemachten Pappschablonen gesprüht. Die Aktion sei keine Sachbeschädigung, da ein ordentlicher Regen die Bilder abwaschen würde, betont Feistauer. Das aktuelle Wetter habe da schon seine Vorteile. »Im Moment hält’s.«



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