Stadt Gießen

Glanzvoll festlich und beruhigend

Beim traditionellen Weihnachtskonzert in der elegant geschmückten Bonifatiuskirche hob Wolfgang Schreier, Vorsitzender des Förderkreises Neue Orgel, die Bedeutung des Friedens zur Weihnachtszeit hervor. Frieden fange wohlgemerkt in uns selbst an – und eben zur inneren Ruhe solle das Konzert beitragen.
27. Dezember 2018, 21:23 Uhr
Sascha Jouini
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Nicole Tamburro, Pia Webler, Christian Richter und Vito Tamburro (von links) bei ihrem Vortrag als Vokalquartett Bonifatius. (Foto: jou)

Beim traditionellen Weihnachtskonzert in der elegant geschmückten Bonifatiuskirche hob Wolfgang Schreier, Vorsitzender des Förderkreises Neue Orgel, die Bedeutung des Friedens zur Weihnachtszeit hervor. Frieden fange wohlgemerkt in uns selbst an – und eben zur inneren Ruhe solle das Konzert beitragen.

Die zahlreichen Besucher kamen in den Genuss nuancierter Interpretationen. Am meisten zu loben ist, wie die Musiker durch wechselnde Platzierung die Saalakustik variabel zur Geltung brachten. Den Großteil des Programms gestaltete das Leverkusener Trio Festivo mit Marion Kutscher und Michael Fangen (Trompeten und Corni da caccia) sowie Hans-Andrè Stamm (Orgel), verstärkt durch Anja Stamm (Schlagwerk).

Festlichen Glanz und prunkvolle Atmosphäre zauberte eingangs Georg Friedrich Händels »Music for the Royal Fireworks« ins Gotteshaus, noch unterstrichen durch wuchtige Paukenschläge. Die Eckpfeiler der kontrastreichen Suite bildeten die »Ouvertüre« und »La Réjouissance«. Von der Empore gleichermaßen klanglich effektvoll herüber kam das »Ballett aus den Terpsichore-Tänzen« von Michael Praetorius. Dieses fungierte als Vor- und Nachspiel zum gemeinsamen Lied »Es ist ein Ros entsprungen«. In der ersten Strophe rückte das Vokalquartett Bonifatius (Leitung: Michael Gilles) mit Nicole Tamburro (Sopran), Pia Webler (Alt), Christian Richter (Tenor) und Vito Tamburro in den Fokus. Der harmonisch aufeinander abgestimmte Gesang des Quartetts in Begleitung von Kantor Gilles an der Chororgel trat bei Felix Mendelssohn Bartholdys Weihnachtslied »Hark! The Herald Angels Sing« in reizvollen Dialog mit dem Trio Festivo auf der Empore.

Hans-André Stamm steuerte hörenswerte Eigenkompositionen zum Programm bei, so sorgte seine »Celtic Hymn« für besinnlich ruhige Momente. In besonderem Maße entspannende Wirkung verströmte Stamms »Pavane über ein provençalisches Noël«. In zartem Register gespielt, wirkte sein Orgelstück »Ellyllon« mit in sich kreisender Motivik friedvoll sanft.

Vornehm klassische Melodien erfüllten den Kirchensaal beim Rondo aus Wolfgang Amadeus Mozarts Hornkonzert Nr. 4 KV 495. Georg Philipp Telemanns »Concerto für zwei Hörner Es-Dur« brachte das Trio Festivo melodisch anmutig, zudem in vorzüglicher Klangverschmelzung zu Gehör. Am meisten berührte das meditative Largo für Orgel solo.

Zum Schluss setzte Jean-Joseph Mourets weihevolle »Première Suite de Fanfares« die Trompeten und die große Orgel noch einmal eindrucksvoll in Szene. Die Suite steckte den Rahmen ab für das Lied »O du fröhliche«. Für den lang anhaltenden Beifall dankte das Trio Festivo mit dem Chorsatz »Herrscher des Himmels« aus Johann Sebastian Bachs »Weihnachtsoratorium« als Zugabe.

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