22. Mai 2017, 22:35 Uhr

Glänzender Auftakt

22. Mai 2017, 22:35 Uhr
Die acht Flötistinnen nehmen in der ausverkauften Basilika den Applaus der begeisterten Zuhörer entgegen. (Foto: jou)

Gießen (jou). Wer sich für die Basilika-Konzerte interessiert, ist gut beraten, im Vorverkauf Karten zu besorgen. So war das Konzert zum Saisonauftakt in der romanischen Kirche auf dem Schiffenberg mit dem Frankfurter Ensemble Flötenspektakel restlos ausverkauft. Annette Klose-Schwarz, Natascha Siao, Lisa Markmann, Imke Papst-Affeldt, Ulrike Dahme, Heidi Ickert, Aline Severijus und Nicole Basadre boten auf hohem künstlerischem Niveau ein unterhaltsames Programm.

Recht ansprechend brachte das Oktett bei der Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« den Kontrast zwischen vorwiegend dezent-ruhiger Einleitung und drängender Bewegung im virtuosen Hauptteil zur Geltung. Schon hier zeigten die Musikerinnen Qualitäten, die die ganze Matinee prägten: Ihr plastischer Vortrag bestach durch feine klangliche Balance. Zudem achteten sie auf behutsame dynamische Gestaltung – selbst in der ersten Reihe blieb die Tonstärke stets auf einem angenehmen Pegel.

Archaisch reine Sphäre machte sich breit bei der »Sonata pian’ e forte« von Giovanni Gabrieli in der kristallinen Interpretation des in zwei Gruppen aufgeteilten Ensembles. In einem gediegenen romantischen Musiksalon fühlte man sich bei sechs Walzern aus op. 39 von Johannes Brahms, so elegant, mit gutem Rhythmusempfinden meisterte das Ensemble die Kompositionen und verlieh ihnen durch die räumliche Auffächerung der Stimmen gegenüber der Originalfassung für Klavier neue Facetten. Besondere Magie verströmte die in reichen Nuancen schillernde impressionistische »Pavane pour une infante défunte« von Maurice Ravel. Seiner klaren künstlerischen Handschrift blieb das Ensemble beim Concerto grosso Nr. 11 von Arcangelo Corelli treu, artikulierte nicht nur deutlich, erzeugte überdies wieder ein sehr transparentes Klangbild.

Großen Genuss bereitete nach der Pause auch der in warmen Schattierungen ertönende, vom Ausdruck tief leidenschaftliche Allegro-Kopfsatz aus der Mozart-Sinfonie g-Moll KV 550. Gelegenheit, die ganze Instrumentenfamilie – von der Piccolo- bis zur Kontrabassflöte – zu präsentieren, gab dem Oktett das besinnliche Lied »Evening rise, spirit come«. In der musikalisch sensiblen Darbietung ließ das Andante aus der Sinfonie Nr. 4 A-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy ebenso wenig Wünsche offen. Bei den »Enigma-Variationen« von Edward Elgar zeigten die Charakter-Porträts das Thema in unterschiedlichster Gestalt – von leicht dahinhuschender Motivik über schwelgerische Phrasen bis hin zu beharrlich akzentuierten Passagen.

Zu Ende ging das Konzert mit zwei Stücken aus der Wende zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert: dem elegischen »Lamento d’Arianna« von Claudio Monteverdi sowie »Sing we and chant it« von Thomas Morley. Für den kräftigen Beifall dankte das Ensemble mit einer Zugabe.

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