Stadt Gießen

Gigantische Bohrgeräte treiben Anwohner ins Hotel

Sie sind 20 Meter groß und fressen sich 15 Meter tief ins Erdreich. Die Bohrarbeiten am Durchstich Dammstraße sind spektakulär. Am nächsten Wochenende wird es aber noch eine Nummer größer.
30. Juli 2017, 11:34 Uhr
Marc Schäfer
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Viel zu eng für das schwere Gerät ist die Baustelle in der Dammstraße. (Foto: mac)

Die Passanten sind beeindruckt. »Das ist schon spektakulär«, sagt ein Anwohner aus der Dammstraße beim Anblick der zwei mehr als 20 Meter hohen Bohrgeräte, die seit Freitagabend auf dem Gleisbett in Höhe der Dammstraße rund um die Uhr im Einsatz sind.

Bis Montagmorgen gegen 4 Uhr müssen die Bauarbeiter insgesamt zwölf Gründungspfeiler 15 Meter tief in die Erde bringen. Davor fressen sich die Bohrer - laut metallisch stöhnend und von ständigen schrillen Warnsignalen begleitet - ins Erdreich.

Zugverkehr reduziert

Auf diesen Säulen wird später die Brücke ruhen, auf der die Gleise liegen werden. Für diese Arbeiten hat die Bahn am Wochenende den Zugverkehr zwischen Gießen und Marburg auf jeweils ein Gleis reduziert. Diese aufwendigen Arbeiten sind aber nur eine Etappe auf dem Weg zum rund 2 Millionen Euro teuren Durchstich zur Lahn.

Kran mit 750 Tonnen Lastkraft

Noch spektakulärer wird es am nächsten Wochenende, wenn ein Autokran mit 750 Tonnen Lastkraft den Einhub der gesamten Unterführung vornimmt. Die beiden Fertigteile stehen bereits an Ort und Stelle bereit. Auch in dieser Bauphase wird es zu einer Unterbrechung des Bahnverkehrs kommen.
 

Den Anwohnern hatte die Bahn für den Zeitraum dieser Arbeiten Hotelübernachtungen angeboten. Darauf sei gut zugegriffen worden, heißt es von den Verantwortlichen. Nach dem Beginn der Bohrungen seien zahlreiche Zimmer zusätzlich nachgefragt worden.

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