30. November 2018, 11:00 Uhr

THW-Aktion

Gießener bringen Fichtenduft ins Kanzleramt

Locker mit Angela Merkel plaudern: Das konnten jetzt mehrere Mitglieder des Technischen Hilfswerks Gießen. Sie haben einen großen Weihnachtsbaum nach Berlin ins Kanzleramt transportiert.
30. November 2018, 11:00 Uhr
Ralph Jossa (3.v.r.), stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Gießen, bei der Weihnachtsbaumübergabe mit der Kanzlerin (4.v.r.) und mit Helge Braun (4.v.l.). (Foto: pm)

Es ist gute Tradition in Berlin: Das Bundesland, aus dem der Chef des Kanzleramts kommt, ist für den dortigen Weihnachtsbaum zuständig. Weil der Gießener Helge Braun seit dem 14. März an der Spitze dieses Staatsamtes steht, beauftragte Braun den Gießener Ortsverband des Technischen Hilfswerkes (THW) mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe. So machten sich 17 heimische Helferinnen und Helfer des THW mit einem Mannschaftstransportwagen, einem Führungskraftwagen und einem Mannschaftslastwagen mit Untergestell (Lafette) samt einer 7,50 Meter langen, zwölf Jahre alten Rotfichte auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Die offizielle Übergabe des weihnachtlichen Grüns, das frischen Fichtenduft ins Kanzleramt brachte, erfolgte am Mittwochabend im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel. Für das Dekorieren des Baumes waren die Gießener, die zwei Nächte lang in einem Hotel am Potsdamer Platz residierten, ebenfalls verantwortlich.

»Die Kanzlerin war locker drauf, wir konnten nett mit ihr plaudern, es war sehr angenehm. Sie hat natürlich gefragt, woher der Baum kommt und was es für ein Baum ist«, sagt Ralph Jossa, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Gießen. Die stattliche Rotfichte ist eine Spende der Stadt Wetzlar. Sie wurde vom THW Gießen in einem Waldgebiet bei Münchholzhausen frisch geschlagen. Warum es kein Gießener Baum ist, der das Kanzleramt schmückt, erklärt Jossa auch: »Das liegt daran, dass unser Bereichsausbilder für Motorsägen, Jan Ribka, in Wetzlar arbeitet.«

Übrigens hat das THW Gießen auch im Haus der Hessischen Landesvertretung in Berlin drei Weihnachtsbäume aufgestellt. Diese drei Bäume wurden jedoch nicht von Gießen nach Berlin kutschiert, sondern direkt in der Hauptstadt erworben und dann von den Gießenern sicher aufgestellt.

 

Gutes Training

 

Die Weihnachtsbaum-Aktion ist für die THW-Helfer eine willkommene Abwechslung und ein »Teambuilding-Event«, aber auch eine gute Übung. Denn die grundlegenden Fähigkeiten des THW werden beim Fällen, Verladen, Transport und Aufrichten der Weihnachtsbäume gefordert. Auch die Kranführer können sich beweisen. Das Sicherstellen der Beleuchtung – wenn auch in der Regel nicht mit Lichterketten, sondern mit Strahlern oder Leuchtballons – gehört ebenfalls zum Standardrepertoire. »Lediglich das Dekorieren des Baumes findet sich nicht in der Einsatzhandakte. Aber auch für diese Herausforderung haben wir die passenden Leute«, schmunzelt Jossa.

 

Gespräch über IT-Themen

 

Der gute Kontakt des THW Gießen zu Helge Braun rührt auch daher, weil ein enger Mitarbeiter Brauns einst selbst im Ortsverband des THW Gießen aktiv war. Braun führte die Gießener THW-Delegation durch das Kanzleramt und nahm sich dabei Zeit für ein längeres Gespräch mit den Helfern, unter anderem zum Thema »Informationstechnologie und Digitalisierung«, das für den THW von Bedeutung ist.

Beim Aufstellen des Baumes haben auch einige THW-Kameraden aus Theley im Saarland geholfen. Denn Helge Brauns Vorgänger als Chef des Kanzleramts, Peter Altmaier, stammt aus dem Saargebiet. Die Staffelübergabe an Hessen/Gießen ist nun offiziell erfolgt. Für das Entsorgen des Baumes ist das THW Gießen nicht mehr zuständig – das übernehmen die THW-Kollegen aus Berlin.

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