05. Oktober 2018, 16:18 Uhr

Weiterhin in Haft

Gießener Patrick K. muss weiter in türkischer Haft bleiben

Der in der Türkei seit März inhaftierte Patrick K. (29) aus Gießen muss weiter in U-Haft bleiben. Das hat der Richter beim Prozessauftakt am Freitagnachmittag in der südosttürkischen Stadt Sirnak entschieden.
05. Oktober 2018, 16:18 Uhr
Claudia S. mit ihrem Sohn Patrick K. Er muss weiterhin in türkischer Haft bleiben. (Foto: pv)

Der in der Türkei seit März inhaftierte Patrick K. (29) aus Gießen muss weiter in U-Haft bleiben. Beim Prozessauftakt am Freitagnachmittag in der südosttürkischen Stadt Sirnak habe der Richter entschieden, die Anschuldigungen seien zu schwer für eine Freilassung, sagte sein Anwalt Hüseyin Bilgi der Deutschen Presse-Agentur.

Der junge Mann war nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu im türkisch-syrischen Grenzgebiet festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in der in Syrien aktiven Kurdenmiliz YPG vor, die die Türkei als Terrororganisation einstuft, sowie das »Betreten einer militärischen Sperrzone«. Auf beides zusammen stehen bis zu 20 Jahre Haft. Nach Angaben seiner Familie war K. zum Wandern in der Türkei. Der nächste Gerichtstermin ist laut Anwalt für den 26. Oktober angesetzt.

 

Per Videoverbindung in Gerichtssaal geschaltet

Patrick K. war per Videoverbindung in den Saal geschaltet worden. Er sitzt in der osttürkischen Provinz Elazig im Gefängnis. Das Gericht im Südosten, wo K. auch aufgegriffen wurde, ist mehrere hundert Kilometer entfernt.

Seine Mutter Claudia S. konnte am Montag zuletzt mit Patrick telefonieren, wie sie der dpa am Donnerstag sagte. Ihr Sohn sei »schwer nervös« gewesen. Er wolle einfach nach Hause. Sie selber sei »nervlich sehr aufgerieben«. Aus finanziellen Gründen habe sie nicht selber in die Türkei reisen können. Ob von der deutschen Botschaft jemand beim Prozess dabei war, blieb zunächst unklar.

Wie seine Mutter dieser Zeitung mitteilt, hat sie dennoch die Hoffnung, dass der Anwalt ihren Sohn so bald wie möglich aus der Haft befreien kann. Der Prozess am Freitag habe gut zwei Stunden gedauert. Am kommenden Montag soll sie wieder die Möglichkeit haben mit K. zu telefonieren.
 

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