Stadt Gießen

Gießener Kletterhalle nimmt Formen an

Gießen (ta). Rasche Fortschritte macht Gießens derzeit wohl ungewöhnlichste Baustelle. Das künftige Begegnungszentrum der hiesigen Sektion im Deutschen Alpenverein war zuletzt noch als Bungalow in Massivbauweise zu sehen. Doch inzwischen nimmt auch das hohe Obergeschoss Konturen an, und zwar ausschließlich hölzerne.
23. September 2015, 14:43 Uhr
ta_tammedauer - B_123542_1
Der ehrenamtliche Projektsteuerer Volker Dietz vom hiesigen Alpenverein ist zufrieden: Die Wände des Obergeschosses und eine Wand der künftigen Kletterhalle stehen bereits; im Hintergrund ein Teil der Sophie-Scholl-Schule. (Foto: Schepp)

Die Bauherren haben sich für diesen Werkstoff nicht nur aus Kostengründen entschieden, sondern auch, weil ein nachwachsender Rohstoff besser zum Verein passt. Außerdem lassen sich die Kletterwände aus Holz dann einfacher und flexibler gestalten.

Alle Elemente sind in den letzten Wochen in der Vulkaneifel bei der Holzbaufirma Adams entstanden, die auf ungewöhnliche Formate spezialisiert ist. Die elf Meter hohen und 2,50 Meter breiten Elemente für die Wand zwischen Boulder- und Kletterhalle stehen bereits. Die bis zu 17 Meter hohen Elemente für die drei Wände der Haupthalle sollen in den kommenden Tagen angeliefert werden. Wenn sie aufgestellt und über dem gesamten Rohbau die Schrägdächer installiert sind, soll am 15. Oktober das Richtfest gefeiert werden.

Die Bauarbeiten auf dem früheren Freigelände der US-Oberschule, in der jetzt die Sophie-Scholl-Schule residiert, waren im vergangenen Mai angelaufen. Die Fertigstellung ist für den Juli kommenden Jahres geplant.

Kernstück des Bauwerks ist die Kletterhalle, die auf 1250 Quadratmetern unzähligen Routen bieten wird. Dazu kommen in dem zweigeschossigen Hauptgebäude 250 Quadratmeter Wandfläche zum Bouldern, also dem Klettern in Bodennähe ohne Seilsicherung, ein Versammlungsraum, ein Bistro, ein Kinderkletterraum sowie Umkleide- und Sanitärräume.

An die Rödgener Straße umziehen wird zudem die bisher in der Schillerstraße ansässige Geschäftsstelle der Sektion.

Das von Stadt und Land geförderte Begegnungszentrum soll 2,2 Millionen Euro kosten. Ein großer Teil dieser Investition wird über Kredite finanziert, die im Laufe von etwa zehn Jahren durch den Verkauf von Zugangskarten an die Sportkletterer getilgt werden sollen. Auch die knapp 4000 Mitglieder werden zur Kasse gebeten: Sie zahlen vier Jahre lang eine Umlage in Höhe von 50 Prozent ihres Jahresbeitrags.

Die Sektion hatte sich vor fünf Jahren für einen Neubau entschieden, weil ihre Kletterhalle in einem ehemaligen Kohlenkeller der US Army in den früheren Pendleton Barracks bei weitem nicht die Nachfrage decken kann und weil das Sportklettern immer beliebter wird, auch bei Kindern und Jugendlichen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Giessener-Kletterhalle-nimmt-Formen-an;art71,105583

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung