10. Juni 2016, 12:16 Uhr

Gießener Flüchtlingshilfe-Startup ausgezeichnet

Das Gießener Startup "Codedoor" ist von Sigmar Gabriel als eines von drei Leuchtturmprojekten des Programms "Ankommer. Perspektive Deutschland" ausgezeichnet worden. Was steckt dahinter?
10. Juni 2016, 12:16 Uhr
(Foto: Christian Klant)

Wie arbeitet das Startup?

Bei "Codedoor" lernen junge Flüchtlinge zwischen 13 und 30 Jahren mit Hilfe von gespendeten Laptops das Programmieren. Das Team - Karan Deghanin und Nicolas Ritouet - bereitet alte Computer auf, stellt Räumlichkeiten und Software-Tools sowie Software- und Bewerbungstutoren zur Verfügung. Auch die Vernetzung der Programmteilnehmer mit interessierten Unternehmen aus dem Netzwerk der Gründer, der Aufbau eines Teacher-Training-Programms sowie die Übertragung des Ansatzes auf weitere Städte in Deutschland sind Ziel des Projekts. Beide Gründer sind Programmierer und haben Erfahrung im Aufbau von Startups.

Wie enstand die Idee?

Angefangen hat alles vor 18 Monaten. Damals lernte Karan Dehghani auf Vermittlung der Gießener Beschäftigungsgesellschaft ZAUG einen jungen somalischen Flüchtling kennen. Karan Dehghani, Programmierer und Existenzgründer, wollte helfen: Er brachte dem jungen Flüchtling das Programmieren bei, damit er eine Aufgabe und eine Arbeit finden konnte. Nach dem Somalier kamen andere. Dehghani schaffte dafür die Voraussetzungen: Er sammelte alte Laptops als Spende ein, bereitete sie auf, schenkte sie Flüchtlingen, schaffte es, kostenlose Lizenzen des Bildungsportals Udacity aus dem amerikanischen Silicon Valley für seine soziale Idee zu bekommen, vernetzte Unternehmen mit seinen Schützlingen.

Wie ging es weiter?

25 Freiwillige arbeiten unentgeltlich - mittlerweile vor allem in Frankfurt und Berlin - als Mentoren und Tutoren für den Gießener und seinen Berliner Kompagnon Nicolas Ritouet. Sie leiten die Flüchtlinge an, technisch wie menschlich. "Ohne die vielen Ehrenamtlichen wären wir nichts", sagt Karan Deghanin deshalb. Derzeit werden rund 60 Flüchtlinge im Programmieren geschult. Weitere 100 Menschen stehen auf der Warteliste. Der Somalier, mit dem alles begann, ist inzwischen in Gießen als Programmierer beschäftigt.

Wie wird es nun gefördert?

Das Programm "Ankommer. Perspektive Deutschland" der KfW-Stiftung und der Social Impact gGmbh unter Gabriels Schirmherrschaft fördert Startups und (sozial-)unternehmerische Initiativen, die geflüchtete Menschen in Ausbildung und Arbeit bringen. "Codedoor" erhielt als eines von drei Leuchtturmprojekten des Programms eine Förderung von 20.000 Euro.

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