04. Oktober 2019, 22:23 Uhr

Gießen zur Primetime auf ZDF Info

04. Oktober 2019, 22:23 Uhr

Für viele DDR-Bürger galt Gießen als Sehnsuchtsort. Das Aufnahmelager im Meisenbornweg war für 900 000 Ostdeutsche die erste Station auf dem Weg in die Freiheit. Gießen spielt also eine bedeutende Rolle in der innerdeutschen Zuwanderungsgeschichte. Aus diesem Grund hat auch ein Fernseh-Team die Stadt besucht. Am heutigen Samstag ist das Ergebnis zu sehen. Die Dokumentation »Lost Places - sieben Orte der deutschen Teilung« wird um 20.15 Uhr auf ZDF Info gezeigt.

Heinz Dörr und Ludwig Brake dabei

»Mauer und Stacheldraht dominierten das Verhältnis der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik in der öffentlichen Wahrnehmung. Wir zeigen sieben andere Orte, an denen der Irrsinn der deutschen Teilung sichtbar wurde«, heißt es im dazugehörigen Pressetext.

Zu diesen sieben Orten gehört auch der Meisenbornweg. Ein Kamera-Team begleitet die beiden DDR-Flüchtlinge Monika und Karl-Heinz Kresov beim Besuch des ehemaliger Lagers, in dem sie während der Teilung untergebracht waren. Weitere Gesprächspartner sind der ehemalige Leiter des Aufnahmelagers, Heinz Dörr, sowie der Leiter des Stadtarchivs, Ludwig Brake.

Zu den weiteren »Lost Places« der Dokumentation zählt der Brocken im Harz, den in den Jahren der Teilung weder West- noch Ostdeutsche erklimmen durften. Von einer zusätzlichen Mauer abgeschirmt, lag dort der höchste Horchposten Ostdeutschlands. Sowjetsoldaten und das Ministerium für Staatssicherheit hörten von hier aus Funksprüche und Telefonate bis an den Ärmelkanal ab. Auch die Zentrale Erfassungsstelle für das Unrecht in der DDR in Salzgitter wird Thema sein, den Ostseestrand von Priwall, wo Grenzer Fluchtversuche unterbanden, haben die Filmemacher ebenfalls besucht.

Als »vergessenen Ort«, wie es in der ZDF-Dokumentation heißt, werden die Gießener das ehemalige Notaufnahmelager im Meisenbornweg aber eher nicht wahrnehmen. Auch nach dem Mauerfall ist es präsent geblieben. Alleine schon wegen seiner Funktion als Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (siehe Kasten). Die Bedeutung des Lagers soll in Zukunft auch durch ein Museum hervorgehoben werden. Dieses Vorhaben bekräftigte Ministerpräsident Volker Bouffier vor einiger Zeit bei einem Festakt. Er verhandle derzeit über die Bundesförderung für eine Gedenkstätte.

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