21. Juni 2015, 21:03 Uhr

Gießen tritt in die Pedale

Gießen (srs). Gießen nimmt seit Samstag erstmals am »Stadtradeln« teil. In den kommenden drei Wochen bis 10. Juli setzen Vereine, Unternehmen, Schulen, Kitas und die Hochschulen mit eigenen Teams sowie auch einzelne Gießener bewusst aufs Fahrrad. Und verzichten – wenn möglich – auf das Auto. Nicht nur das Klima soll profitieren.
21. Juni 2015, 21:03 Uhr
Kunststücke zeigten Sportler der Radfahrer-Vereinigung Kleinlinden. (Foto: srs)

Die geradelten Kilometer tragen sie im Internet ein und messen sich damit untereinander und mit anderen Kommunen in ganz Deutschland. Teilnehmer erhalten Rabatte unter anderem in Fahrradgeschäften sowie in Eiscafés.

+++ Eine Anmeldung ist noch möglich

Strampeln für den Klimaschutz: Ziel der bundesweiten Aktion sei, so erklärte die Gießener Koordinatorin Katja Bürckstümmer während des Auftakts am Samstag, ein Signal für das Fahrrad als gesundheitsförderndes und umweltschonendes Verkehrsmittel zu setzen. »Das Stadtradeln soll einen Anreiz geben, in die Puschen zu kommen«. Den Teilnehmern winken Auszeichnungen. So werden die Teams gewürdigt, die die meisten Fahrer stellen und die meisten Kilometer zurücklegen. Einen Geldpreis erhält die Schulklasse, die die Radelkönige stellt. Unter allen Gießener Teilnehmern werden bei einer Tombola zudem Prämien verlost, Hauptgewinn ist ein E-Bike im Wert von über 2000 Euro. Daneben zeichnet das Klima-Bündnis die bundesweit fahrradaktivsten Kommunen aus.

Vorführungen und Wettbewerb

Zum Startschuss der Aktion stand der Katharinenplatz am Samstag ganz im Zeichen des Fahrradfahrens. Besucher nutzten die Gelegenheit, ihr Zweirad in einer Waschanlage reinigen und anschließend an einem Stand der Polizei codieren zu lassen. Im Rahmen einer Versteigerung wechselten Fundräder den Besitzer. Kunststücke auf zwei Rädern zeigten Trial-Sportler der Radfahrer-Vereinigung Kleinlinden. Darüber hinaus lockte ein Wettbewerb am Stand des Radsportbezirks Lahn, der RSG Gießen und Wieseck sowie von »Radsportnachrichten.com«: Auf einer Strecke von knapp zehn Metern war allerdings nicht Schnelligkeit gefragt. Stattdessen galt es, auf dem Fahrrad möglichst langsam vorwärts zu kommen, ohne abzusteigen. Die Teilnehmer drückten auf die Bremse, balancierten, wackelten. Gewinner Florian Anders schaffte es, die zehn Meter in 96,4 Sekunden zu bewältigen.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz eröffnete das »Stadtradeln« offiziell. Die Hälfte aller mit dem Auto zurückgelegten Wege sei kürzer als fünf Kilometer. »Die ideale Entfernung zum Fahrradfahren. Jeder radelnd zurückgelegte Kilometer erspart der Umwelt 144 Gramm des Klimagifts CO2.«

Organisierte Fahrradtouren

Auf die harte Tour wollen das »Stadtradeln« derweil vier Teilnehmer bewältigen. Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz, Dr. Eckart Schneider von der Lokalen Agenda 21-Gruppe »Energie«, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Gießen, Hartwig Leuer und der verkehrspolitische Sprecher der Gießener SPD-Fraktion Christian Heimbach wollen in den kommenden drei Wochen als »Stadtradler-Stars« komplett auf das Auto verzichten – als Fahrer wie auch als Beifahrer.

Im Rahmen des »Stadtradelns« stehen in den kommenden Tagen mehrere Fahrradtouren auf dem Programm. Jeden Dienstag starten um 18.30 Uhr auf dem Kirchenplatz Feierabendtouren rund um Gießen. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigt eine »Neubürger-Tour« am Mittwoch ab 18 Uhr vor dem Rathaus. Schleichwege durch Gießen erkundet am Donnerstag ab 18 Uhr vom Kirchenplatz aus eine Fahrt des ADFC.



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